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		<title>Unser Star für Gulag</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 07:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freakshow]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[amnesty international]]></category>
		<category><![CDATA[aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[baku]]></category>
		<category><![CDATA[eurovision song contest]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Bald ist es mal wieder soweit. Die Völker Europas (zumindest, wenn man den Begriff großzügig auslegt) treffen sich zum alljährlichen Wettstreit, wer denn am schönsten sänge. Die Regeln der zugehörigen Veranstaltung, des Eurovision Song Contest, schreiben vor, dass diese schöne Veranstaltung immer in demjenigen Land stattzufinden habe, dessen Künstler im Vorjahr den Sieg [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=298&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Bald ist es mal wieder soweit. Die Völker Europas (zumindest, wenn man den Begriff großzügig auslegt) treffen sich zum alljährlichen Wettstreit, wer denn am schönsten sänge. Die Regeln der zugehörigen Veranstaltung, des <em>Eurovision Song Contest</em>, schreiben vor, dass diese schöne Veranstaltung immer in demjenigen Land stattzufinden habe, dessen Künstler im Vorjahr den Sieg davongetragen haben.</p>
<p>Da im Jahre 2011 wider aller Hoffnung und Erwartungen nicht erneut eine deutsche Gymnasiastin durch ihre logopädische Insuffizienz überzeugen konnte, mussten wir den Thron der Popmusik abgeben &#8211; in diesem Fall an El und Nikki aus Aserbaidschan. Aserbaidschan? Ja, Aserbaidschan. Das liegt zwar in Asien, aber wer will da schon kleinlich sein. Es geht ja schließlich um den Eu*hust* Song Contest, da dürfen alle mitmachen. Ist ja ein Fest der Völkerverständigung.</p>
<div id="attachment_301" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku1.jpg"><img class="size-medium wp-image-301" title="baku1" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku1.jpg?w=300&#038;h=185" alt="Leeena." width="300" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">Dieser Nippel fährt nicht für uns nach Baku. (Quelle: youtube.com)</p></div>
<p>Also zieht die Sangeskarawane in diesem Jahr eben nach Baku. Deutschland hat in einem aufwändigen Verfahren sein eigenes substanzloses Schmalzbubi als unseren Repräsentanten gekürt, die Show kann losgehen. Leider gibt es, wie so oft, missliebige Zeitgenossen, denen das aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen nicht so recht in den Kram passen will. An vorderster Front der Miesepeter steht eine Organisation namens Amnesty International, die es sich zum Programm gemacht hat, überall da schlechte Laune zu verbreiten, wo gute Laune eigentlich am dringendsten benötigt wird. Zum Beispiel in Aserbaidschan.</p>
<p><strong>Nörgeleien</strong></p>
<p>Jetzt ist es ja nicht so, dass man bei Amnesty International irgend etwas von Musik verstünde. Genörgelt muss aber trotzdem werden, also werden Begründungen fadenscheinigster Natur an den Haaren herbeigezogen, um den Kulturbegeisterten aller Herren Länder ihr jährliches Top-Event zu vermiesen. Der &#8220;Präsident&#8221; Aserbaidschans, ein Herr namens Ilham Alijev, hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Mutter aller Mehrzweckhallen extra für dieses internationale Großereignis zu errichten. Und was fällt den Nörglern dazu ein? Nur, dass deswegen ein ganzes Stadtviertel plattgemacht wurde. Ohne die Bewohner zu fragen. Dass man diesen eine Ausgleichszahlung für ihre zerstörten Wohnungen angeboten hat, wird unter den Teppich gekehrt. Na gut, dass diese Zahlungen selbst in Baku nur für den Erwerb einer gebrauchten Mülltonne als Wohnraum ausreichen, ebenfalls. Aber wie dam auch sei. Herr Alijev, dessen Regierungsapparat sich aus verdächtig vielen Menschen zusammensetzt, die den selben Nachnamen tragen wie er, hat sogar noch einen enormen Fahnenmast neben die Mehrzweckhalle gesetzt, um die Völker der Welt entsprechend repräsentativ begrüßen zu können.</p>
<div id="attachment_302" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku2.jpg"><img class="size-medium wp-image-302" title="baku2" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku2.jpg?w=300&#038;h=239" alt="Rübennase." width="300" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Hat eine tolle Mehrzweckhalle und mag Facebook-Nutzer nicht. (Quelle: wikipedia.de)</p></div>
<p>Netterweise hat der gütige Landesvater aller Aserbaidschaner im Vorfeld der Veranstaltung in allen Belangen für ein angenehmes Veranstaltungsumfeld gesorgt. So hat er 2011 auch schnell sämtliche Opposition niederknüppeln lassen und 400 so genannte &#8220;Demokraten&#8221; in Gefängnisse und Arbeitslager verfrachtet, damit sie den geregelten Ablauf der Gesangsveranstaltung nicht durch unqualifizierte Pöbeleien am Rande stören können. Und da sage mal einer, der Asiate an sich sei nicht gastfreundlich. Wir finden, Herr Alijev hat sein Bestmöglichstes getan, um dem schönen Eurovision Song Contest einen würdevollen Rahmen zu verleihen. Und mit dieser Meinung sind wir nicht allein.</p>
<p><strong>Die Leuchte der Pressefreiheit</strong></p>
<p>Der Veranstalter des Eurovision Song Contest ist eine Organisation, deren Reputation weit jenseits jeglicher Kritik steht. Die <a title="Die EBU wohnt hier." href="http://www.ebu.ch" target="_blank">EBU</a>, <em>European Broadcasting Union</em>, ist ein Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Fernsehsender mit Sitz in der schönen Schweiz. Selbstverständlich sind auch ARD und ZDF in diesem hehren Gremium vertreten, ein Abgesandter des ZDF befindet sich sogar im Direktorium. Und ebenso selbstverständlich hat die EBU zu den Anwürfen betreffs der Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan unmissverständlich Stellung bezogen.</p>
<p>So schreibt man in einer offiziellen Verlautbarung zu &#8220;Baku 2012&#8243; unter dem Titel <a title="ESC-Statement" href="http://www.ebu.ch/CMSimages/en/ESC_QAs%20_2__tcm6-73575.pdf" target="_blank">&#8220;Den wahren Werten treu bleiben&#8221;</a> unter anderem folgendes:</p>
<ul>
<li>Der Eurovision Song Contest ist <strong>apolitisch</strong>.</li>
<li>Der Eurovision Song Contest ist eine <strong>Kraft des Guten</strong>.</li>
<li>Der Eurovision Song Contest ist ein <strong>Element des Wandels.</strong></li>
</ul>
<p>Und dafür, dass  so unangenehme Themen wie Menschenrechte oder Pressefreiheit (hey, wir reden über öffentlich-rechtliche Sender, da ist die Pressefreiheit schon eingebaut!) ausgespart werden, liefert die EBU einen schlüssigen und durchweg plausiblen Grund:</p>
<p>Der Eurovision Song Contest habe ja schon 1969 unter dem faschistischen Diktator Franco stattgefunden.</p>
<p>Ergo befindet man sich ja in guter Gesellschaft, wenn man mal wieder eine Veranstaltung bei einem faschistischen Diktator durchführt. Hat das letzte Mal ja auch keine Sau gestört. Außerdem, so die weitere Argumentation, lege man ja großen Wert auf Pressefreiheit. Aber die sei ja gegeben, man dürfe ja den Eurovision Song Contest in Baku veranstalten. Und alles live übertragen.</p>
<div id="attachment_305" class="wp-caption aligncenter" style="width: 250px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku3.jpg"><img class="size-medium wp-image-305 " title="baku3" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku3.jpg?w=240&#038;h=300" alt="Eklig." width="240" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Frigida Gold, fährst du nach Baku? &quot;Wenn ich nicht unbedingt vor Ort sein muss, dann lasse ich das lieber aus.&quot; Aber hey - toller Gulag-Look! (Quelle: brigitte.de)</p></div>
<p><strong>Randnotizen</strong></p>
<p>Gut, <a title="Amnesty Schweiz" href="http://www.amnesty.ch/de/laender/europa-zentralasien/schweiz/dok/2011/brief-teilnehmende-eurovision-aserbaidschan" target="_blank">in Aserbaidschan sperrt man ja auch ganz gerne mal Menschen weg, die sich im Internet zu irgend etwas Demokratieähnlichem äußern</a>. Aber hey, die machen das da via Facebook, das kann auch irgendwie als Menschenrechtsverletzung durchgehen.</p>
<p>Und ja, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung hat auch Einreiseverbot in Aserbaidschan, aber der sagt auch so hässliche Dinge zu den ESC-Kandidaten. Dass sie sich für Menschenrechte einsetzen sollen, zum Beispiel. Allerdings konnte auch hier schnell der wahre Motivator aufgedeckt werden: &#8221;Der Menschenrechtsbeauftragte versucht, mit Hilfe des ESC Aufmerksamkeit für sein Amt zu gewinnen&#8221;, so ein Vertreter des Norddeutschen Rundfunks.</p>
<p>Mutmaßlich ist der Sonderberichterstatter des Europarats für politische Gefangene genau so ein Defaitist, der darf nämlich auch nicht rein. Sagt das Auswärtige Amt.</p>
<p><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku5.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-309" title="baku5" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku5.png?w=692" alt=""   /></a></p>
<p>Gut, dass solche politisch integren Größen wie Hans-Dietrich Genscher, Michael Glos und Bettina Wulff (Sie erinnern sich? Unsere ehemalige First Lady!) noch im September einer Veranstaltung der Gattin von Herrn Alijev in Berlin beiwohnten, um einer seiner PR-Aktionen einen würdigen offiziösen Charakter zu verleihen. Nicht, dass hier die Dinge noch in&#8217;s falsche Licht gerückt werden.</p>
<div id="attachment_307" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku4.png"><img class="size-medium wp-image-307" title="baku4" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/baku4.png?w=300&#038;h=154" alt="Facebooknutzer" width="300" height="154" /></a><p class="wp-caption-text">Sitzt für Facebook-Nutzung im Knast. Selber schuld. (Quelle: amnesty.ch)</p></div>
<p>Lassen wir, der Vollständigkeit halber, noch einen letzten Miesepeter zu Wort kommen, bevor wir schließen:</p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Korruption ist in dem Land allgegenwärtig, und der Regierung, die eine Einschränkung der Wiederwählbarkeit des Präsidenten 2009 mittels eines Referendums abgeschafft hat, wird Autoritarismus unterstellt.&#8221;</em></p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Aserbaidschan ist Quelle, Transitland und Ziel für Männer, Frauen und Kinder, die für Zwangsarbeit verwendet werden sollen, für Frauen und Kinder, die der sexuellen Ausbeutung dienen, Frauen und einige Kinder aus Aserbaidschan werden in die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Iran verbracht mit dem Ziel, sie sexuell auszubeuten; Männer und Jungen werden nach Russland und Moldawien zum Zwecke der Zwangsarbeit verbracht.&#8221;</em></p>
<p>Und das sagen nicht die berufsmäßigen Weichpappen von Amnesty International. Das sagt die CIA über Aserbaidschan. Aber lassen wir das.</p>
<p>Wir finden, dass man sich ja auch nicht jedes Genörgel reinziehen muss, wenn man einen Abend voll unschuldiger Unterhaltung auf höchstem künstlerischen und intellektuellen Niveau genießen will.</p>
<p>Also besinnen wir uns doch bitte wieder auf das, was wirklich zählt. Die Einschaltquote.</p>
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		<item>
		<title>Sedantag</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 20:06:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. &#160; Wie Ihnen unschwer entgangen sein dürfte, ist morgen der 14. Februar 2012. Das ist an sich keine besonders hervorhebenswerte Tatsache, denn dieser Tag findet trotz diversen kalendarischen Irrungen und Wirrungen mehr oder minder unbeeinträchtigt seit Menschengedenken jedes Jahr statt. Falls Sie aber über einen/eine/dutzende Lebensabschnittsgefährten/-gefährtin/-gefährtinnen beliebiger juristischer und moralischer Grundlage verfügen, sollte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=285&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie Ihnen unschwer entgangen sein dürfte, ist morgen der 14. Februar 2012. Das ist an sich keine besonders hervorhebenswerte Tatsache, denn dieser Tag findet trotz diversen kalendarischen Irrungen und Wirrungen mehr oder minder unbeeinträchtigt seit Menschengedenken jedes Jahr statt. Falls Sie aber über einen/eine/dutzende Lebensabschnittsgefährten/-gefährtin/-gefährtinnen beliebiger juristischer und moralischer Grundlage verfügen, sollte es Ihnen jetzt siedend heiß den Rücken herauf- und herunterlaufen. Das Gefühl nämlich, dass Sie am 14. Februar entweder große Mengen überteuerter Schnittblumen verschenken/geschenkt bekommen oder verkaufen sollten. Denn dann ist, vollkommen unerwartet, Valentinstag. Und &#8220;Valentinstag&#8221; wird im Verständnis der Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung gleichgesetzt mit &#8220;Blumen für die Alte&#8221;.</p>
<div id="attachment_290" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin5.jpg"><img class="size-medium wp-image-290" title="valentin5" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin5.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Diese Blumen sind schön, aber nicht heilig." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Diese Blumen sind schön, aber nicht heilig.</p></div>
<p>So weit, so gut. Falls Sie an dieser Stelle noch mitlesen, haben Sie entweder bereits klug vorgesorgt, warten auf die Ihnen zugedachten Blumen oder sind Single und damit dazu verdammt, Blumen zu verkaufen, um wenigstens irgend eine Art von Nutzen aus diesem Tag zu ziehen.</p>
<p>Oder Sie fragen sich (wie wir es auch tun), warum in drei Teufels Namen man mitten im Winter Blumen kaufen sollte. Abgesehen von der damit einhergehenden Steigerung des Bruottoinlandsproduktes, die uns allen in diesen krisengebeutelten Zeiten am Herzen liegen sollte. Denn selbst vom Standpunkt der heiligen Mutter Kirche aus gesehen ist der Festtag des Heiligen Valentin von Terni bereits seit 1969 nicht mehr Bestandteil des offiziellen Kirchenkalenders. Zumal dieser heilige Mann gar nicht heilig gesprochen wurde, weil der ein erfolgreicher Blumenhändler war, sondern weil ihm ein heidnischer Römer den Kopf abhackte. Nein, nicht weil Herr Valentin ihn bei einem Blumendeal behumst hat.</p>
<div id="attachment_291" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin1.jpg"><img class="size-medium wp-image-291" title="valentin1" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin1.jpg?w=300&#038;h=275" alt="Dieser Herr ist heilig, aber nicht schön." width="300" height="275" /></a><p class="wp-caption-text">Dieser Herr ist heilig, aber nicht schön.</p></div>
<p>Und obwohl wir natürlich den Heerscharen halb verhungerter Floristen diese verkaufstechnische Sonderaktion von Herzen gönnen, bleibt weiterhin die Frage offen, was so ein Tag denn soll.</p>
<p>Ein Blick in den sich jährlich wiederholenden Veranstaltungskalender bringt allerdings relativ schnell zutage, dass es erheblich mehr Gedenktage gibt, deren Sinngehalt ähnlich fundierten Charakters ist wie der Valentinstag:</p>
<ul>
<li>Weltfriedenstag (funktioniert jedes Jahr besonders gut);</li>
<li>Afrikatag (kaum auszudenken, wenn Afrika auf einmal verschwände);</li>
<li>Pioneer&#8217;s day (da lacht der nordamerikanische Ureinwohner);</li>
<li>Burns Supper (ohne Monty Burns wäre unser aller Leben ärmer);</li>
<li><a title="Einziger Twitterer mit eigenen Feiertag!" href="https://twitter.com/#!/muermel" target="_blank">Muermeltie</a>rtag (etwas ungerecht, nur einem einzelnen Twitterer einen Gedenktag zu stiften);</li>
<li>Tag der Muttersprache (sollte man haben, so eine Muttersprache);</li>
<li>Tag der seltenen Erkrankungen (29. Februar. Wann sonst.);</li>
<li>Tag der offenen Töpferei (wer geht schon gerne in eine geschlossene Töpferei);</li>
<li>Tag der Flagge und Nationalhymne von Aruba (ja, das gibt es.);</li>
<li>Welt-Autismus-Tag (wird demnächst in Welt-Twitter-Tag umbenannt);</li>
<li>Welt-Grafiker-Tag (ja, die Welt braucht Grafiker. Aber jeden Tag.);</li>
<li>Tag der Händehygiene (wird unterschätzt!);</li>
<li>Noch ein Afrikatag (falls Afrika doch mal verschwindet?);</li>
<li>Tag der Organspende (Du wolle Leber spende?);</li>
<li>Weltmilchtag (versuchen Sie doch mal, aus Spezi Pudding zu kochen!);</li>
</ul>
<p>&#8230; und so weiter und so fort. Sie sehen, so ein Gedenktagskalender ist ordentlich gefüllt. Was all diese wunderbaren und wichtigen Gedenktage jedoch gemein haben ist, dass sie keinerlei Relevanz für irgend jemanden besitzen. Niemand hat schulfrei (außer in Aruba vielleicht), alle müssen weiter arbeiten gehen, noch nicht mal einen Keks bekommt man dafür geschenkt.</p>
<div id="attachment_287" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin4.png"><img class="size-medium wp-image-287" title="valentin4" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin4.png?w=300&#038;h=200" alt="Diese Fahne hat einen eigenen Feiertag. Und einen roten Stern." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Diese Fahne hat einen eigenen Feiertag. Und einen roten Stern.</p></div>
<p>Aufgrund der Fülle von Gedenktagen kommt es selbstverständlich zu verwirrenden Überschneidungen, also muss gelegentlich auch mal wieder einer dieser Tage aus dem Kalender verschwinden, so musste für den Unabhängikeitstag Vietnams zum Beispiel der Sedantag weichen.</p>
<div id="attachment_289" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin2.jpg"><img class="size-medium wp-image-289" title="valentin2" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin2.jpg?w=300&#038;h=238" alt="Vertrackte Situation." width="300" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Vertrackte Situation.</p></div>
<p>An selbigem Sedanstag begingen die Deutschen zwischen 1871 und 1918 mit unterschiedlich starkem Enthusiasmus den denkwürdigen Sieg über die französichen Truppen im Jahre 1870 und die Gefangennahme des französischen Kaisers Napoleon III. Gut, ab 1918 war es in Deutschland erstmal ein paar Jahre vorbei mit dem Platz an der Sonne, der Feiertag wurde stillgelegt. Zu Recht, wie wir meinen. Jedenfalls gab es da ein paar Jahre lustig was zu feiern, zumindest aus der Sicht des deutschen Kaisers. Also ist der Gedenktag auch irgendwie in Ordnung.</p>
<div id="attachment_288" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin3.jpg"><img class="size-medium wp-image-288" title="valentin3" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/valentin3.jpg?w=300&#038;h=214" alt="Da lacht er nicht mehr, der Franzmann." width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Da lacht er nicht mehr, der Franzmann.</p></div>
<p>Anders verhält es sich jedoch bei allen oben genannten Tagen. Gut, Grafiker müssen von irgend etwas leben, Afrika ist immerhin ein ziemlich großer Kontinent und Organspende ist ja auch eine tolle Sache, solange man nicht der Organspender ist. Der Haken an all diesen wunderbaren und furchtbar wichtigen Gedenktagen ist eben, dass sie keine Sau interessieren. Denn jeder Tag ist ja ein Gedenktag. Für irgendwen. Oder irgendwas. Man könnte also beinahe schon von einer inflationären Verwendung von Gedenktagen sprechen. Deswegen interessiert sich ja auch keiner mehr für diese Tage oder die Anliegen, die mit ihnen verbunden werden sollen. Es gibt nämlich ein paar zuviel davon.</p>
<p>Und, bevor jetzt der nächste Marketing-Pfeifendeckel auch noch ein wohl begründetes Datum für den &#8220;Wir gehen heute in den Wald scheißen-Tag&#8221; festlegt (oder ein Pornoproduzent herausfindet, was die ollen Römer am 14. Februar lustiges gefeiert haben), halte ich eine strategische Kehrtwende für angebracht.</p>
<p>Man könnte ja, gesetzt den Fall, wir wären alle guten Willens, alle Tage zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember zum &#8220;Wir sind mal alle ein Bisschen weniger Arschloch&#8221;-Tag erklären. Und eben ein Bisschen netter zum Rest der Welt sein.</p>
<p>Vielleicht sogar der eigenen Alten mal Blumen schenken. Einfach so.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/285/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/285/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=285&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ethikpopethik</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 12:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Allenthalben wird netz-, republik- und weltweit derzeit über die eine oder andere Form des Urheberrechts dikskutiert, gestritten und gekämpft. Egal, ob es um einen der üblichen Fälle von US-amerikanischem Wirtschaftsfaschismus geht, der schlussendlich unser aller Konsumverhalten diktieren will oder um völkerrechtlich verbindliche Verträge, die vor allem so hehren Zielen wie der wirtschaftlichen Verwertung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=259&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Allenthalben wird netz-, republik- und weltweit derzeit über die eine oder andere Form des Urheberrechts dikskutiert, gestritten und gekämpft. Egal, ob es um einen der üblichen Fälle von <a title="SOPA" href="http://de.wikipedia.org/wiki/SOPA" target="_blank">US-amerikanischem Wirtschaftsfaschismus</a> geht, der schlussendlich unser aller Konsumverhalten diktieren will oder um <a title="ACTA" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">völkerrechtlich verbindliche Verträge</a>, die vor allem so hehren Zielen wie der wirtschaftlichen Verwertung von <a title="Schwein, leuchtend." href="http://derstandard.at/3175511" target="_blank">leuchtenden Schweinen</a> und dem Verbot des Wiederverkaufs von gebrauchten Computerspielen gewidmet sind &#8211; man möchte gerne schützen, bewahren und vor allem: vermarkten.</p>
<p>Unabhängig vom tendenziell eher unguten Tenor dieser Bemühungen &#8211; verständlich sind sie allemal. Denn wer möchte nicht von seiner Arbeit leben können, wer möchte nicht, dass andere das eigene geistige Eigentum schätzen und wer möchte nicht einen schwunghaften Versandhandel mit leuchtenden Schweinen betreiben.</p>
<div id="attachment_261" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/schweinchen.jpg"><img class="size-full wp-image-261" title="schweinchen" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/schweinchen.jpg?w=692" alt="Schweinchen, innenbeleuchtet. The next big thing."   /></a><p class="wp-caption-text">Schweinchen, innenbeleuchtet. The next big thing.</p></div>
<p>Nun gut. Solcherlei weltpolitische Zusammenhänge übersteigen meinen Horizont, also überlasse ich es <a title="Seeräuber." href="http://www.piratenpartei.de/" target="_blank">Berufeneren</a>, hier als Avantgarde voranzugehen und entsprechend publizistisch tätig zu werden. Was mich beschäftigt, ist eher die Poesie der kleinen Dinge. Sozusagen der Taschendiebstahl des geistigen Eigentums.</p>
<p><strong>Beginnen wir also mit einem harmlosen Beispiel.</strong></p>
<div id="attachment_263" class="wp-caption aligncenter" style="width: 278px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-09-um-12-13-08.png"><img class="size-medium wp-image-263" title="Bildschirmfoto 2012-02-09 um 12.13.08" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-09-um-12-13-08.png?w=268&#038;h=300" alt="Olympus mons." width="268" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Olympus mons.</p></div>
<p>Bei der hier abgebildeten Grafik handelt es sich, wie die Überschrift bereits verdeutlicht, um die tagesaktuelle Crème de la Crème der deutschsprachigen Twitterer. (Dass ich auf dieser Liste zu finden bin, ist allerdings wohl eher ein Fehler im Berechnungsalgorithmus von <a title="Favstar." href="http://favstar.fm" target="_blank">favstar</a>.) Der anorektische Avatar ganz links oben ist der derzeit (und oftmals) Führende dieser Liste, der <a title="Oberpfadfinder." href="https://twitter.com/#!/sechsdreinuller" target="_blank">@sechsdreinuller</a>. Selbiger veröffentlichte am 1. Februar 2012 einen Tweet, der sich innerhalb kürzester Zeit berechtigterweise ganz erheblicher Beliebtheit erfreute. Leider nicht nur bei den Menschen, die Herrn Nuller für diesen Tweet in elektrischer Form applaudierten, sondern auch bei Gestalten, die diesen Tweet als ihr geistiges Eigen ausgaben. Bei Twitter, auf anderen Plattformen und schlussendlich auch bei Portalen, die durch hohes Besucheraufkommen Einnahmen erzielen. Eine genaue Dokumentation der Vorgänge finden Sie <a title="Blog von @sechsdreinuller" href="http://sechsdreinuller.wordpress.com/" target="_blank">hier</a>.</p>
<div id="attachment_262" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/sechsdreinuller.jpg"><img class="size-medium wp-image-262" title="sechsdreinuller" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/sechsdreinuller.jpg?w=300&#038;h=184" alt="Lustiger Tweet, reichlich kopiert." width="300" height="184" /></a><p class="wp-caption-text">Lustiger Tweet, reichlich kopiert.</p></div>
<p>Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es hier um einen Tweet geht, also nur ein paar Buchstaben, etwas Geblubber aus einem eher nerdigen Teil des Internets, pi pa po. Das führt dann aber zu dem Schluss, dass ein Bisschen klauen schon o. k. ist. Weil man selbst das geistige Eigentum anderer eben nicht besonders hoch einschätzen muss, wenn es nicht dem eigenen Bild von &#8220;geistig&#8221; entspricht. Fein, dann mögen sich die Menschen, die wie beschrieben argumentieren mal selbst an die Nase fassen und etwas nachdenken. So ein, zwei Minuten dürften reichen.</p>
<p><strong>Aber gehen wir einen Schritt weiter.</strong></p>
<p>Inzwischen ist es üblich, dass Tageszeitungen in diversen Rubriken Tweets veröffentlichen. Also, nicht die eigenen, sondern die anderer Leute. Bei besonders modernen Formaten wie der <em>Welt Kompakt</em> auch gerne mal auf der Titelseite. Das sieht dann so aus:</p>
<div id="attachment_266" class="wp-caption aligncenter" style="width: 234px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/weltkompakt.jpg"><img class="size-medium wp-image-266" title="weltkompakt" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/weltkompakt.jpg?w=224&#038;h=300" alt="Fünf Quadratzentimeter Ruhm." width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fünf Quadratzentimeter Ruhm.</p></div>
<p>Also, nicht, dass wir uns falsch verstehen. Selbstverständlich habe ich, wie wohl die meisten anderen Menschen auch, eine gewisse Freude daran, wenn das, was ich so von mir gebe, veröffentlicht wird. Aber attention whore hin, attention whore her, Geld verdiene ich in diesem Fall keines damit. Der Herausgeber der Welt kompakt jedoch schon. Sie meinen, so ein Tweetchen ist nichts wert? Na, dann schauen wir mal. Dieses mein geistiges Eigentum bedeckt ca. 1% der Titelseite der Welt Kompakt vom 2. Februar 2012. Die Ausgabe hat 32 Seiten, kostet 80 Cent und hat eine Auflage von ca. 250.000 Stück. Macht 62 Euro fuffzich. Klar, ist jetzt sehr vereinfacht gerechnet (Werbekunden, Druckkosten bla bla.) Aber für 62,50 Euro muss ein alter Blogger schon ein Weilchen stricken.</p>
<p>Nicht, dass ich jetzt scharf auf das Geld wäre, Gott bewahre. Aber irgend eine Art von Anfrage im vorhinein wäre ja schon toll gewesen. Bin ja über Twitter erreichbar, notfalls per Mention (für Nichttwitterer: Eine Mention kommt an, nervt aber oftmals). Es werden pro Tag ja auch nur zwei Tweets ausgewählt, man braucht also keinen eigenen Volontär, der hier das Frollein vom Amt spielt.</p>
<p>Oder wenigstens eine Benachrichtigung, nachdem die Ausgabe im Druck ist. Stichwort: Mention. Aber auch hier: Fehlanzeige. Man erfährt also eventuell per Zufall, dass Dritte mit dem eigenen geistigen Eigentum Geld verdienen. Die <a title="Die Welt. Kompakt." href="https://twitter.com/#!/weltkompakt" target="_blank">@weltkompakt</a> hätte auch auf meine entsprechende Mention reagieren können. Wenn sie gewollt hätte. Vielleicht auch ein in der Print-Branche durchaus übliches Belegexemplar? Ein kostenloses Mittagessen in der Verlagskantine?</p>
<p>Die feine englische Art ist das jedenfalls nicht. Ich kann daraus nur schließen, dass es also grundsätzlich in Ordnung ist, wenn ich die Welt Kompakt, die ich eigentlich ganz gerne lese, ab sofort klaue, anstatt sie zu bezahlen. Sind ja nur ein paar Buchstaben.</p>
<p>Bevor ich zum Ende komme (und Sie mir vor dem Bildschirm einschlafen), möchte ich gerne den Rahmen noch ein Bisschen weiter aufziehen.</p>
<p><strong>Sozusagen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.</strong></p>
<p>Eine schweizer Bloggerin namens Monika Bütler veröffentlichte am 9. Juni 2011 einen <a title="Der Beitrag des Anstoßes." href="http://www.batz.ch/2011/06/ausstieg-aus-der-okonomischen-vernunft-ii/">Post</a> im Blog <a title="batz." href="http://www.batz.ch" target="_blank">batz.ch</a>. Das ist nicht ungewöhnlich, dazu sind Blogger, Blogs und Posts ja da. Drei Details machen das Ganze aber erwähnenswert.</p>
<p>1. Wurde der Blogpost geringfügig, aber von der Aussage her entscheidend, unkommentiert, ohne die Autorin irgendwie in Kenntnis zu setzen, als großflächiger Bestandteil einer politischen Debatte in einem <a title="Schweizer Käse." href="http://www2.shn.ch/" target="_blank">Käseblättchen</a> veröffentlicht.</p>
<p>2. Ist Frau Bütler im Nebenerwerb <a title="Nebenerwerb." href="http://www.alexandria.unisg.ch/persone/Monika_Buetler" target="_blank">Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen</a>. Also ist ein Beitrag von ihr zum Thema Volkswirtschaft mutmaßlich mehr wert als einen feuchtwarmen Händeruck.</p>
<p>3. Windet der Chefredakteur des oben genannten Provinzblättchens sich seitdem wie ein schmieriger Aal, verweigert jegliches Entgelt und vertritt vehement die Meinung, dass der Dreck aus dem Internet ja schließlich von jedem kommerziell verwertet werden dürfe. Vor allem von ihm.</p>
<p>Den vollständigen Fall finden Sie <a title="Ein trauriger Fall." href="http://swiss-lupe.blogspot.com/2012/02/durfen-zeitungen-raubkopieren-am.html" target="_blank">hier</a> dokumentiert.</p>
<p><strong>Kommen wir zum Schluss.</strong></p>
<p>Wir erinnern uns: Raubkopierer sind Verbrecher. Sagt die Filmindustrie. Und die Printindustrie stößt fein mit in&#8217;s gleiche Horn.</p>
<p>Ich denke ja, dass deutsche Verlage in den letzten Jahren durchaus bewiesen haben, dass sie das mit den &#8220;Neuen Medien&#8221; nicht so richtig begriffen haben. Und meiner bescheidenen Meinung auch weiter nicht begreifen werden, so lange da irgend welche Faltenärsche das Sagen haben, die nicht verstehen, dass auch die Kultur schriftlicher Kommunikation einem steten Wandel unterliegt.</p>
<p>Aber berechtigt dieser Umstand besagte Faltenärsche, das geistige Eigentum anderer als Wertschöpfungskomponente zu verwenden und dabei auf jegliche Form, auf die sie selbst ach so großen Wert legen, zu spucken?</p>
<p>Ich finde, nein.</p>
<p>Entschuldigen Sie mich jetzt bitte, ich muss mir ein paar Zeitschriften klauen gehen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/259/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/259/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=259&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hybrisantrieb</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 20:06:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freakshow]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Falls Sie meinen Blog schon eine Weile verfolgen, wird es Ihnen mutmaßlich nicht entgangen sein &#8211; ich bin ein arroganter Arsch. Also, zuweilen. Zurecht, wie ich meine, denn zumindest schreibe ich ja ganz spaßig (sonst wären Sie nicht hier). Mit meiner Präsenz bei Twitter verhält es sich ähnlich. Da schreibe ich zwar überhaupt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=250&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Falls Sie meinen Blog schon eine Weile verfolgen, wird es Ihnen mutmaßlich nicht entgangen sein &#8211; ich bin ein arroganter Arsch. Also, zuweilen. Zurecht, wie ich meine, denn zumindest schreibe ich ja ganz spaßig (sonst wären Sie nicht hier). Mit meiner Präsenz bei Twitter verhält es sich ähnlich. Da schreibe ich zwar überhaupt nicht spaßig, rezipiert wird es aber trotzdem, Applaus, Applaus und viele Sterne.</p>
<p>Jetzt verhält es sich aber so, dass man, verkanntes Genie hin, verkanntes Genie her, in sozialen Netzwerken ja auch irgendwie mit anderen Menschen interagieren muss. Also lese ich auch, was andere von sich geben, oftmals mit Genuss. Manchmal auch unter unsäglichen Schmerzen. Zum Beispiel bei <a title="Hier findet man Herrn Becker in der Wikipedia." href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boris_Becker" target="_blank">Herrn Becker</a>.</p>
<p>Den werden Sie wahrscheinlich kennen. Herr Becker ist alleine deswegen schon recht bekannt, weil er einer der bekanntesten Spitzensportler der Welt ist. Jedenfalls hat er mehr internationale Tennisturniere gewonnen, als ich Haare auf dem Kopf habe, hat die entsprechende Weltrangliste monatelang angeführt, nennt diverse Weltmeistertitel sein Eigen und hat auch schon olympisches Gold in dieser Disziplin errungen.</p>
<div id="attachment_253" class="wp-caption aligncenter" style="width: 276px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-54-48.png"><img class="size-full wp-image-253" title="Bildschirmfoto 2012-02-06 um 20.54.48" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-54-48.png?w=692" alt="Ich mag diesen Tweet nicht."   /></a><p class="wp-caption-text">Ich mag diesen Tweet nicht.</p></div>
<p>Wie dem auch sei, Herr Becker hat einen Twitter-Account, der passenderweise den Namen <a title="Hier twittert Herr Becker." href="https://twitter.com/#!/Becker_Boris">@Becker_Boris</a> trägt. Hier tut Herr Becker, was alle Twitterer tun &#8211; er twittert. Mal auf deutsch, mal auf englisch. Jetzt hat die Sache leider einen Haken. Sobald Herr Becker nämlich auf deutsch twittert, sind sowohl Rechtschreibfehler als auch aufs grauenvollste entstellte Interpunktion an der Tagesordnung.</p>
<p>Bei einem Medium, das in weiten Teilen auf Schriftlichkeit basiert, ist das irgendwie problematisch. Wenn man prominent ist, offensichtlich doppelt. Wie dem auch sei, Herr Becker erntet deswegen von seinen deutschsprachigen Followern (für Nicht-Twitterer: Ein Follower ist ein lizenzierter Stalker) oftmals Hohn und Spott und wird, wie soll es anders sein, zuweilen auch Ziel von mehr oder (meist) minder gelungenen rüden Scherzen.</p>
<p>Immer, wenn ich solcherlei groben Unfug lese, drängen sich mir Fragen auf. Da dies oft der Fall ist, werden die Fragen inzwischen so drängend, dass ich ihnen hier Ausdruck verleihen möchte. Zunächst hätte ich da ein paar Fragen an</p>
<p><strong>die Follower von Herrn Becker.</strong></p>
<p>Warum, geschätzte Mit-Twitterer und Mit-Twitterinnen, folgen Sie diesem Mann, wenn Sie eigentlich gar nicht lesen wollen, was er schreibt? Wird man der Belustigung an falsch gesetzten Kommas nicht irgendwann müde? Wie lange kann man sich toll fühlen, weil andere Menschen Fehler machen, über die man selbst lacht? Ich verstehe das nicht. Machen Sie doch was Nettes stattdessen. Gehen Sie ein Eis essen. Oder backen Sie Kirschplunder. Wenn es Sie nicht interessiert, entfolgen Sie den Mann doch einfach.</p>
<div id="attachment_251" class="wp-caption aligncenter" style="width: 444px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-50-27.png"><img class="size-full wp-image-251" title="Bildschirmfoto 2012-02-06 um 20.50.27" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-50-27.png?w=692" alt="So funktioniert er, der Hybrisantrieb."   /></a><p class="wp-caption-text">So funktioniert er, der Hybrisantrieb.</p></div>
<p>Nun zu</p>
<p><strong>Herrn Becker.</strong></p>
<p>Verehrter Herr Becker. Ich verstehe nicht viel von Tennis, Ihr Privatleben ist mir egal und Ihre aktuellen geschäftlichen Tätigkeiten überschneiden sich in weiten Teilen auch nicht mit meinen. Aber, Herrgott nochmal. Sie gelten als einer der führenden Tennisexperten auf dem Planeten, sind erfolgreich im Geschäftsleben, Ihre Beteiligung an der einen oder anderen wohltätigen Organisation ist maßgeblich und ein Familienleben, das in den letzten Jahren genug Erfahrung im Bereich der Patchworkfamilien gebracht haben dürfte, haben Sie auch noch.</p>
<p>Warum, in drei Teufels Namen, besinnen Sie sich dann bei Twitter nicht auf Ihre Kernkompetenzen? Schreiben Sie meinetwegen was über den Laureus. Dann aber bitte mehr als &#8220;ist heute&#8221;. Vielleicht mal mit einem Link? Einem ungewöhnlichen Foto? Oder geben Sie doch mal einen gepflegten Kommentar zu einem Tennismatch ab. Also mehr als &#8220;findet statt&#8221; oder &#8220;XY hat gewonnen&#8221;.</p>
<div id="attachment_252" class="wp-caption aligncenter" style="width: 313px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-54-21.png"><img class="size-full wp-image-252" title="Bildschirmfoto 2012-02-06 um 20.54.21" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-06-um-20-54-21.png?w=692" alt="Auch hier ist noch Platz nach oben. Finde ich."   /></a><p class="wp-caption-text">Auch hier ist noch Platz nach oben. Finde ich.</p></div>
<p>Ich würde das mit Vergnügen lesen. Der eine oder andere Dritte wohl auch. Klar, niemand hat die Verpflichtung, bei Twitter sinnstiftende Dinge zu schreiben. Aber hey, Sie könnten. Wenn Sie wollten. Und das mit der Kommasetzung und so erkläre ich Ihnen auch gerne mal bei einem Bier, wenn Sie in Berlin sind. Bringen Sie Ihr Blackberry mit &#8211; ich verspreche, in einer halben Stunde haben wir das Wichtigste geklärt.</p>
<p>Dann hören die dummen Witze auf. Und Sie bekommen, was Sie eigentlich verdienen: Respekt für das, was Sie können.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/250/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=250&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kommunikationsinterferenz</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 11:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mode]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Man hat es nicht leicht als Blogger. Schon gar nicht, wenn man um die Gunst der Leser heischt, indem man launig auf der Inkompetenz oder emotionalen Schmerzfreiheit diverser Randexistenzen herumprügelt. Die Kasperletirade des aktuellen Dorftrottels ist allerdings so absurd, dass es mir nicht möglich ist, diese noch zu kommentieren. Zumal dies bereits Berufenere [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=230&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Man hat es nicht leicht als Blogger. Schon gar nicht, wenn man um die Gunst der Leser heischt, indem man launig auf der Inkompetenz oder emotionalen Schmerzfreiheit diverser Randexistenzen herumprügelt. Die <a title="Dumm ist, wer Dummes tut." href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html" target="_blank">Kasperletirade</a> des aktuellen Dorftrottels ist allerdings so absurd, dass es mir nicht möglich ist, diese noch zu kommentieren. Zumal dies bereits Berufenere als ich in voller <a title="Kritik an Heveling" href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/eine-replik-auf-ansgar-heveling-kulturkampf-koennt-ihr-haben/6133880.html" target="_blank">Prachtentfaltung</a> erledigt haben.</p>
<p>Aufgrund eines Erlebnisses der letzten Tage (und der nackten Angst davor, dass mein Blog im sanften Nebel der Bedeutungslosigkeit verschwindet, wenn ich keinen Post nachlege) habe ich aber dennoch etwas zu berichten. Falls Sie heute die üblichen Gehässigkeiten erwarten, muss ich Sie allerdings bereits jetzt bitter enttäuschen. Denn heute geht es hier um etwas anderes. Es geht um</p>
<p><strong>Frauen und Männer. Und Kleidung.</strong></p>
<p>Sie erkennen &#8211; das wird ein schwieriges Thema. Das grundlegende Problem wird ja von diverser Literatur mehr als ausreichend behandelt. &#8216;Männer essen Mars, Frauen lieber Peanuts&#8217;, &#8216;Keuchgebiete&#8217; und viele weitere Titel beweisen nicht nur, dass hier offensichtlich ein allgemeines Interesse besteht, sondern auch, dass es mühelos möglich ist, ein Pfund Erbrochenes zwischen zwei Buchdeckeln zu verstauen.</p>
<p>Als Träger eines weitgehend informationsleeren Y-Chromosoms mit zumeist heterosexueller Ausrichtung komme ich gelegentlich in die Verlegenheit, mit Frauen sprechen zu müssen. Dann passiert, was passieren muss. Irgendwann redet man &#8211; sei es aufgrund der ungünstigen klimatischen Verhältnisse, der fehlenden anderen Themen oder weil man ansonsten alkoholinduziert gerade genauso informationsleer im Kopf wie auf dem Chromosom ist &#8211; über Oberbekleidung. Die eigene, die der Dame, die der Hackfresse am Nebentisch. Kleidung ist ein Thema, das uns beschäftigt. Unguterweise ziehen Frauen daraus den Schluss, dass sie einen (aus mir nicht erfindlichen Gründen) irgendwann danach fragen, wie einem gefällt, was sie tragen. Oder schlimmer: was sie anziehen sollen.</p>
<p>Niemand will das.</p>
<p>Denn alle wissen, was dann folgt.</p>
<p>Streit, Hass, Mordlust, Räumungsklagen, atomare Erstschläge oder günstigstenfalls betretenes Schweigen.</p>
<p>Wie dem auch sei, Frauen fragen, obwohl sie wissen, dass sie keine vernünftige Antwort bekommen. Und Männer antworten, obwohl das in der Regel das Ende einläutet. So begab es sich, dass vor einigen Tagen die <a title="Obacht." href="http://favstar.fm/users/DieBeastly" target="_blank">Twitterin mit der schönsten Nase der Welt</a> einen Hilferuf in die Timeline von Twitter absetzte. Sie habe ein Kleid erworben, das sie bei der Hochzeit ihrer Schwester zu tragen gedenke, es fehle ihr aber noch am passenden Kopfputz.</p>
<div id="attachment_242" class="wp-caption aligncenter" style="width: 202px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-01-um-12-36-46.png"><img class="size-medium wp-image-242" title="Kleid" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-02-01-um-12-36-46.png?w=192&#038;h=300" alt="Dieses bezaubernde Petticoat-Kleid war der Stein des Anstoßes." width="192" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Dieses bezaubernde Petticoat-Kleid war der Stein des Anstoßes.</p></div>
<p>In der Blüte meiner jugendlichen Unschuld kam ich mit ihr ins Gespräch, aufgrund der bereits vorgerückten Stunde vertagten wir die sich entfaltende Diskussion inklusive Fotoaustausch (von Kopfputzen!) auf den nächsten Tag. Die Dame ging mutmaßlich zu Bett. Mir dämmerte, welche Art von Diskussion ich angestoßen hatte. Alle Müdigkeit war verflogen, dafür setzte der Angstschweiß ein. Und dieser leichte Tremor in den Händen. Von dem Druck auf der Brust ganz zu schweigen. Sofortige Abmeldung bei sämtlichen sozialen Netzwerken und umgehender Exodus nach Uganda kamen leider aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht in Betracht. Ich musste mich dem Problem stellen.</p>
<p>Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich die Dame nicht persönlich kenne. Informationen zu Kleinigkeiten wie Figur, Gewicht und ähnlichem standen mir also nicht zu Gebote. Aber das Maul, das musste ich aufreißen. Wie dem auch sei, so entstand er,</p>
<p><strong>mein Brief an die Miss:</strong></p>
<p>Guten Tag, &lt;<em>Name der besagten Dame</em>&gt;!</p>
<p>Ich habe jetzt ein Bisschen über das Problem mit dem Kopfschmuck nachgedacht. Ich konnte zwar keine endgültige Lösung finden, aber zumindest ein paar Ansätze, von denen ich hoffe, dass sie dir weiterhelfen. Wird jetzt etwas Bla Bla, aber ich hoffe, dass ich den dahinter stehenden Gedankengang damit einigermaßen deutlich machen kann.</p>
<p><strong>Zunächst zu dir:</strong> Da ich nicht genau weiß, was du für eine Figur hast, gehe ich mal davon aus, dass diese sich irgendwo im „normalen“ Rahmen bewegt. Du also weder ein Hungerhaken Größe Null bist und auch nicht fett wie drei Öltanks. Das würde meinen Vorschlag dann beeinflussen, aber für alles zwischendrin sollte es passen. Hoffe ich.</p>
<p><strong>Das Kleid:</strong> Gute Wahl. Ich finde das peppig (auch wenn dieses Wort vielleicht etwas abgedroschen wirken mag), das ist elegant genug für eine Hochzeit, aber eben auch frech genug, um aus der Masse der üblichen „Ich war beim Abendbekleidungs-Ausstatter und habe leider den Geschmack der Verkäuferin“-Kleidchen mühelos positiv hervorzustechen. Besonders gut finde ich, dass das Kleid an sich sehr schlicht im Schnitt ist, denn haufenweise Rüschen und solches Gezumpe gehören bei so einer Party an die Braut, nicht an die bucklige Verwandtschaft. Da reicht die Andeutung durch den Petticoat, das gibt den Hauch von Festlichkeit, den das Ganze benötigt. Der über den Rücken geführte Träger erledigt da den Rest – er hebt sich als Akzent schön ab, ohne gleich schreiend in die Augen zu springen. Wichtig wird in der weiteren Betrachtung gleich noch die Bindung des Trägers am Hals. Ich empfehle, das genau so zu handhaben wie auf der Website dargestellt. Ich erkläre gleich beim Haarteil, warum.</p>
<p><strong>Die Schuhe:</strong> Schwierig, schwierig. Auf einem der Katalog-Fotos sieht man die Schuhe des Models. Diesen Stil halte ich für eine gute Idee – die breiten Riemen um die Fesseln und auf dem Rist sind zwar etwas, äh, robust für eine Hochzeit. Da das Kleid aber ordentlich Volumen hat, wären riemenlose High Heels einfach zu zierlich. Das hätte dann den optischen Effekt wie so ein Legionär bei Asterix. Oben viel Masse, unten Storchenbeine. Also ruhig auch hier etwas Mut beweisen und in die Schublade mit den stabileren Tretern greifen. Ach ja – keine Pfennigabsätze. Eher so 20-Cent-Stück. Russische Nutten tragen zu so einem Kleid Pfennigabsätze. Bei der Farbe würde ich in der Tat auch zu schwarz tendieren, so lange die  Schuhe nicht aus Lackleder sind. Das macht zu viel Bling Bling.</p>
<p>Jetzt aber zum <strong>Kopfschmuck</strong>. Ich rate davon ab, vom Stil genau so einen zu nehmen, wie du in die Timeline geposted hast. Der ist zwar schick, hat aber zwei Nachteile: erstens liegt er von Stil zehn Jahre neben dem Kleid, das kratzt etwas im Auge, zweitens ist er schon sehr großvolumig und du läufst wieder Gefahr, da von der Braut abzulenken. Gerne groß, gerne auffällig, aber eben nicht ganz so groß und nicht ganz so auffällig.</p>
<p>Jetzt kommen ein paar Vorschläge meinerseits, jeweils mit einem kurzen Kommentar dazu.</p>
<div id="attachment_236" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-14-32.png"><img class="size-medium wp-image-236" title="Variante A." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-14-32.png?w=300&#038;h=287" alt="Variante A." width="300" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Variante A.</p></div>
<p align="center">Variante A: Passt zwar farblich, weil das Lila sehr hell ist und damit das gewünschte Weiß gleich mit abdeckt, ist mir aber zu aufgeplustert. Und es sind ausschließlich Federn, das finde ich auch nicht so glücklich.</p>
<div id="attachment_237" class="wp-caption aligncenter" style="width: 238px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-17-51.png"><img class="size-medium wp-image-237" title="Variante B." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-17-51.png?w=228&#038;h=300" alt="Variante B." width="228" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Variante B.</p></div>
<p align="center">Variante B: Nein. Zu&#8230; Twenties. Außerdem müsstest du wegen der Rosen dann Schuhe in einer Farbe tragen, bei der ich Fußpilz auf der Netzhaut bekomme.</p>
<div id="attachment_238" class="wp-caption aligncenter" style="width: 259px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-20-43.png"><img class="size-medium wp-image-238" title="Variante C." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-20-43.png?w=249&#038;h=300" alt="Variante C." width="249" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Variante C.</p></div>
<p align="center">Variante C: Schon besser. Farbe passt, festlich ist es auch. Mir persönlich aber wieder viel zu groß (Die Braut! Die Braut!) – und auch etwas zu filigran für das Kleid.</p>
<div id="attachment_239" class="wp-caption aligncenter" style="width: 249px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-25-44.png"><img class="size-full wp-image-239" title="Variante D." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-25-44.png?w=692" alt="Variante D."   /></a><p class="wp-caption-text">Variante D.</p></div>
<p align="center">Variante D: Das ginge. Mit ein paar Veränderungen. Die braunen Federn hinten müssten natürlich raus und durch weiße ersetzt werden. Gibt’s ja für wenige Cent im Bastelladen. Allerdings würde ich die weißen Federn dann etwas länger wählen, weil sie ja in Richtung der Schleife gehen, mit denen das Kleid im Nacken zusammengebunden wird. Damit das Ganze dann nicht altbacken wirkt, würde ich an die Verbindung zwischen Puschel und den weißen Federn noch zwei kleine Schleifen setzen, sind ja auch in 5 Minuten gebastelt. Eine in schwarz (Schuhe! Und Schmuck. Kommt gleich.), eine in lila. Solche meine ich:</p>
<div id="attachment_240" class="wp-caption aligncenter" style="width: 248px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-30-34.png"><img class="size-full wp-image-240" title="Schleifchen." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-30-34.png?w=692" alt="Schleifchen."   /></a><p class="wp-caption-text">Schleifchen.</p></div>
<div id="attachment_241" class="wp-caption aligncenter" style="width: 235px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-34-29.png"><img class="size-full wp-image-241" title="Variante E." src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-34-29.png?w=692" alt="Variante E."   /></a><p class="wp-caption-text">Variante E.</p></div>
<p align="center">Variante E: Das ginge auch. Selbstverständlich höher getragen. also wirklich an der Seite des Kopfes, die Federn wieder in Richtung des Halsverschlusses vom Kleid. Hier muss kein Tüdü mehr dran. Hat eben einen festlicheren Charakter als Variante D, finde ich aber noch nicht übertrieben.</p>
<p><strong>Mein Rat:</strong> Variante D, mit den beschriebenen Modifikationen. Oder Variante E, genau so, wie sie ist.</p>
<p><strong>Noch kurz zum Schmuck:</strong> Ich kenne deinen Hauttyp nicht, also weiß ich nicht, ob du Silber gut tragen kannst. Wenn du aber schwarze Schuhe wählen solltest, dann empfehle ich auf jeden Fall einen schwarzen Stein am Finger und um den Hals. Hier allerdings eher klein, also nicht so einen kokosnussgroßen Klunker, sonder eher im Durchmesser 1 – 2 cm. Wenn du eher ein Gold-Typ bist, dann weißer Stein oder eben ohne. Dann würde ich aber über eine schwarze Brosche auf dem Kleid oder eine andere Applikation in der Farbe nachdenken, damit das mit dem Ton-in-Ton ordentlich harmoniert.</p>
<p>Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie du dich entscheiden wirst und hoffe, dass dich die Aussucherei nicht in allzu viele Nöte stürzt.</p>
<p>Gruß,</p>
<p>der Zopf</p>
<p><strong>Das Ende vom Lied</strong></p>
<p>Jetzt kennen Sie die traurige Wahrheit. Lassen Sie mich als Nachsatz noch anmerken, dass ich zwar immer noch keine Ahnung habe, wie man mit Frauen über Oberbekleidung sprechen sollte. Aber zumindest wurde ich aufgrund meiner Anmerkungen nicht mit einem Eispickel erschlagen, das ist doch schon mal was.</p>
<p>Ach ja. Weder der Hersteller des Kleides noch der ebay-Verkäufer des Kopfputzes (noch sonstwer) geben mir Geld für diesen schönen Post. Ich prangere das an.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/230/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/230/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=230&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">arschhaarzopf</media:title>
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			<media:title type="html">Kleid</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">Variante A.</media:title>
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			<media:title type="html">Variante B.</media:title>
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			<media:title type="html">Variante C.</media:title>
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		<media:content url="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/02/bildschirmfoto-2012-01-30-um-09-25-44.png" medium="image">
			<media:title type="html">Variante D.</media:title>
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			<media:title type="html">Schleifchen.</media:title>
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			<media:title type="html">Variante E.</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Wahlberechtigt</title>
		<link>http://arschhaarzopf.wordpress.com/2012/01/29/wahlberechtigt/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 15:55:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freakshow]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Gestern Abend war es mal wieder so weit. Mehr als 40 Prozent der &#8216;marktrelevanten Zielgruppe&#8217; der 15- bis 49-Jährigen hat mitverfolgt, wie eine abgehalftetere Ex-Schauspielerin als letzte Kandidatin in einer Sendung namens &#8216;Dschungelcamp&#8217; verblieb. Nach Maßgabe des produzierenden Unternehmens wurde ihr daraufhin so eine Art Titel verliehen und sie zur &#8216;Siegerin&#8217; dieses Werbelückenfüllers [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=207&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Gestern Abend war es mal wieder so weit. Mehr als 40 Prozent der &#8216;marktrelevanten Zielgruppe&#8217; der 15- bis 49-Jährigen hat mitverfolgt, wie eine abgehalftetere Ex-Schauspielerin als letzte Kandidatin in einer Sendung namens &#8216;Dschungelcamp&#8217; verblieb. Nach Maßgabe des produzierenden Unternehmens wurde ihr daraufhin so eine Art Titel verliehen und sie zur &#8216;Siegerin&#8217; dieses Werbelückenfüllers erklärt.</p>
<p>Ich werde mich jetzt nicht dazu herablassen, Ihnen das Prinzip dieser Sendung zu erklären. Das setzte nämlich voraus, dass Sie diese nicht kennen &#8211; und bei der dauerhaften Marktabdeckung dieses Formats neige ich dazu, Ihnen nicht zu glauben, wenn Sie dies behaupteten.</p>
<p>Jedenfalls errang die Endteilnehmerin ihr Ziel schlussendlich durch zwei Komponenten. Zum einen verzehrte sie das Arschloch eines toten Vogels, zum anderen wurde sie über mehrere Wochen tatkräftig durch die Zuschauer dieser Sendung telefonisch unterstützt.</p>
<div id="attachment_216" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel2.jpg"><img class="size-medium wp-image-216" title="dschungel2" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel2.jpg?w=300&#038;h=224" alt="So sehen Sieger aus." width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">So sehen Sieger aus.</p></div>
<p>Grundsätzlich wäre dies ein guter Zeitpunkt, um in wilden und ekstatischen Kulturpessimismus auszubrechen, den allgemeinen Niedergang aller moralischen Werte zu beklagen, den großen Dichtern und Denkern unseres Vaterlandes eine leise Träne nachzuweinen und nach einer Zeitenwende im Blick auf zivilisatorische Neubesinnung zu verlangen.</p>
<p>Es muss ein Ruck durch Deutschland geh&#8217;n. Wide wide witt bum bum.</p>
<p>Dummerweise bin ich aber weder ein faselnder Moralphilosoph mit fettiger Halbglatzenhaarmütze noch tauge ich in irgend einer anderen Weise als hehre Instanz. Von meinem Blogger-Pseudonym ganz zu schweigen. Also lassen wir das.</p>
<p>Eine Frage drängte sich mir dann aber doch auf, nachdem ich auf allen medialen Kanälen mit der zugehörigen Nachricht ungefragt konfrontiert worden war:</p>
<p style="text-align:center;"><em>Wer, zum Teufel, ist schuld an solch unsagbarem Dreck?</em></p>
<p>Um das herauszufinden, habe ich die Beteiligten an diesem Trauerspiel näher in Augenschein genommen.</p>
<p><strong>Zunächst wären da die Darsteller.</strong></p>
<p>Bei selbigen handelt es sich um eine Gruppe abgehalfterter ehemaliger Prominenter, durchsetzt mit einigen Schreckensgestalten, denen es nie so recht gelungen ist, den begehrten Status der Prominenz wirklich zu erreichen. Die Motivation all dieser Menschen kann ich verstehen. Wer will schon nach dem Ende der eigenen Karriere wie Rex Gildo wimmernd aus dem Toilettenfenster kriechen und in den Tod springen, weil &#8220;Keiner weiß, wer ich bin!&#8221; &#8211; verständlich, dass man für diese dürre Hoffnung auf ein erneutes Anfachen der Flamme des Ruhms auch mal in Kakerlaken badet. Diese Menschen sind mit ihrem Weltbild offensichtlich so gnadenlos bar jeder Hoffnung angelangt, dass sie alles tun würden. Alles. Hier kann ich keine Schuld erkennen. Nur Mitleid empfinden. Auch den dauergebuchten Nebendarstellern wie Dirk Bach und Sonja Zietlow kann ich keinen Vorwurf daraus machen, dass sie die vorgefertigten Texte ihrer Gag-Schreiber tapfer Tag um Tag vom Teleprompter herunterstammeln. Denn ob seiner Talent- und ihrer Gehirnlosigkeit wäre der nächste Schritt auf der Karriereleiter doch auch nur die Teilnahme am Dschungelcamp. Nur eben als Kakerlakenfutter.</p>
<p>Schließlich produziert man alle paar Jahre auch irgend etwas, dessen man sich nicht schämen muss. Mit Kultur drin, oder so.</p>
<div id="attachment_215" class="wp-caption aligncenter" style="width: 198px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel1.png"><img class="size-medium wp-image-215" title="dschungel1" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel1.png?w=188&#038;h=300" alt="Auch Micaela mag das Dschungelcamp." width="188" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auch Micaela mag das Dschungelcamp.</p></div>
<p><strong>Bleiben also die Produzenten.</strong></p>
<p>Das technische und redaktionelle Personal der produzierenden Sender tut, was es eben den lieben langen Tag so tut. Es stellt Kameras und Scheinwerfer auf, sorgt für einen passenden Soundtrack, das richtige Ambiente und einen reibungslosen Gesamtablauf. Dass dabei in jeder Sendung Menschen für blöd erklärt, bloß gestellt, erniedrigt oder die Zuschauer nach Strich und Faden verarscht werden &#8211; nun gut. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und hey, von irgend was muss man ja leben. Ist immer noch besser, als Komparse in einer der eigenen Produktionen zu sein, oder?</p>
<p>Schließlich produziert man alle paar Jahre auch irgend etwas, dessen man sich nicht schämen muss. Mit Kultur drin, oder so.</p>
<p>Dass selbst das führende deutsche Schmierenmagazin eine tägliche Kolumne auf seiner Internetplattform zu dem Sendeformat liefert, halte ich ebenfalls für logisch. Man passt sich damit ja dem neuen eigenen Stil an, der auch auf Überschriften und Textqualität angewandt wird. Klappt bei der Bildzeitung, warum also nicht auch hier.</p>
<p>Schließlich produziert man alle paar Jahre auch irgend etwas, dessen man sich nicht schämen muss. Mit Kultur drin, oder so.</p>
<div id="attachment_213" class="wp-caption aligncenter" style="width: 329px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel4.png"><img class="size-full wp-image-213" title="dschungel4" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/dschungel4.png?w=692" alt="Gut, dass es noch Qualitätsjournalismus gibt."   /></a><p class="wp-caption-text">Gut, dass es noch Qualitätsjournalismus gibt.</p></div>
<p>Denjenigen, die diese Sendungen planen, aus den USA einkaufen oder für die Finanzierung sorgen, kann man auch nur schwer einen Vorwurf daraus machen. Schließlich hat man lange genug selbst dafür geackert, endlich in diese Position zu gelangen. Und schlussendlich geht es ja nur um&#8217;s Geschäft. Kultur ist eben ein Randthema, man arbeitet ja nicht bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Ganz zu schweigen von der kreativen Freiheit, die einem so ein Job bietet. Wo man sich endlich mal in führender Position beweisen und verwirklichen kann.</p>
<p>Schließlich produziert man alle paar Jahre auch irgend etwas, dessen man sich nicht schämen muss. Mit Kultur drin, oder so.</p>
<p>Wenden wir uns also den letzten Beteiligten an diesem Trauerspiel zu.</p>
<p><strong>Die Zuschauer.</strong></p>
<p>Für die meisten Handlungen der Menschen gibt es einen Grund. Dieser ist nicht immer offensichtlich, manchmal auch schwer zu erklären. Zum Beispiel, warum Menschen sich an dem Ekel, den die Erniedrigung anderer in ihnen eigentlich auslösen sollte, ergötzen und aufgeilen. Da ich über keine psychologische Ausbildung verfüge, wage ich diese Gründe auch nicht zu ermessen.</p>
<p>Was aber offensichtlich ist, ist die Tatsache, dass mit solchen Sendeformaten Geld verdient wird. Viel Geld. Und das alleine und ausschliesslich deswegen, weil man die zugehörigen Werbeplätze verkaufen kann. Teuer. Weil Menschen sich das ansehen. Viele Menschen. 42,5 Prozent der Menschen zwischen 15 und 49 Jahren. In früheren Zeiten hätte man bei einer Zuschauerquote diesen Ausmaßes von einem &#8216;Gassenfeger&#8217; gesprochen, weil buchstäblich die Straßen leergefegt sind und alle gebannt der Dinge harren, die der Fernseher zu bieten hat.</p>
<p>Also schauen sich unglaublich viele Menschen, in diesem Fall mehr als sieben Millionen, an, wie Brigitte Nielsen das Arschloch eines toten Vogels frisst. Und dabei lacht.</p>
<p>Weswegen wird solcher Dreck also produziert und gesendet? Weswegen finden sich immer wieder soziale Randexistenzen, die sich freiwillig jenseits aller Menschenwürde in die Gosse begeben und erniedrigen?</p>
<p>Weil Sie es anschauen. Und Sie. Ja, Sie dort auch.</p>
<p>42,5 Prozent von Ihnen.</p>
<p>Ich möchte mit Worten schließen, die ich der französischen Königin Marie-Antoinette entlehne.</p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Was fordert das Volk Kultur? Soll es doch Scheiße fressen!&#8221;</em></p>
<p>Und sagen Sie nicht, dass Sie nichts damit zu tun haben. Sie verursachen das. Jeden Tag aufs Neue.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/207/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/207/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=207&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das Ende aller Dinge</title>
		<link>http://arschhaarzopf.wordpress.com/2012/01/27/das-ende-aller-dinge/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 19:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Haben Sie den Aufschrei gehört? Nein? Dann sind Sie mutmaßlich taub, tot, oder schlimmer, seit einigen Stunden offline. Wie ein Donnerhall, ein Fanal in dunkler Nacht oder das Menetekel in brennender Schrift (zutreffendes bitte ankreuzen), brandete diese Nachricht heute durch das Internet. Und wird morgen in sämtlichen Offline-Medien zu lesen zu sein. Mitte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=190&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Haben Sie den Aufschrei gehört? Nein? Dann sind Sie mutmaßlich taub, tot, oder schlimmer, seit einigen Stunden offline. Wie ein Donnerhall, ein Fanal in dunkler Nacht oder das Menetekel in brennender Schrift (zutreffendes bitte ankreuzen), brandete diese Nachricht heute durch das Internet. Und wird morgen in sämtlichen Offline-Medien zu lesen zu sein. Mitte Mai merkt es dann vielleicht sogar <em>Spiegel Online</em>:</p>
<p><a title="Twitterblog" href="http://blog.twitter.com/2012/01/tweets-still-must-flow.html" target="_blank">Twitter will uns zensieren.</a></p>
<p><strong>Schock schwere Not.</strong></p>
<p>Die Reaktionen auf dieses vollkommen unerwartete und absolut überraschende Verhalten führten und führen in der Netzgemeinde zu Reaktionen, die in der Tat mehr als vorhersehbar sind.</p>
<p>Zunächst wurde das Ende der Freiheit beschworen. Wie, um Himmels Willen, soll es jemals wieder möglich sein, in Ländern eine Revolution auszulösen? Also, einen korrupten Machthaber an den nächsten Baum zu knüpfen, damit ein anderer korrupter Machthaber danach die Früchte der jeweiligen Volkswirtschaft in die eigenen Taschen stecken kann. Oder die Bevölkerung irgend welche Fundamentalspinner an die Macht wählen kann, die allen Frauen Kaffewärmer aufsetzen, weil sie des Satans sind. Oder ein Land durch Entmachtung des aktuellen durchgeknallten Perverslings so weit zu destabilisieren, dass 200 andere durchgeknallte Perverslinge mittels ihrer Milizen sich gegenseitig in die Luft sprengen können. Inklusive Bevölkerung, versteht sich.</p>
<p>Auf diese Freiheit will doch ernsthaft niemand verzichten.</p>
<p>Der nächste Schritt wurde, erneut vorhersagbar, erneut mit der gewohnten Konsequenz, gegangen. Ein Twitter-Mem wurde gefunden, damit sich unter diesem Banner all die Tapferen scharen können, die endlich eine Gelegenheit gefunden haben, um ihrem ganz persönlichen Unrechtsempfinden endlich Ausdruck verleihen zu können. Dieses Mal ist es</p>
<p style="text-align:center;"><strong><em>#TwitterBlackout</em> </strong></p>
<p>Der allgemeine Konsens besteht darin, am 28. Januar 2012 nicht zu twittern. Aus Protest. Und in Japan platzt ein Sack Mikrochips.</p>
<p>Das Problem an entrüsteten Massenbewegungen, die schlagartig ihre heiße Liebe zur Freiheit, dem Juchtenkäfer, niedlichen Robbenbabies oder anderen weltweit polarisierenden Themen finden ist, dass diese Bewegeungen leider zweier entscheidender Fähigkeit nicht teilhaftig werden:</p>
<p>Die erste ist, dass sie das Kleingedruckte nicht lesen können.</p>
<p><strong>Das Kleingedruckte</strong></p>
<p><em>1. Twitter ist keine Organisation der Vereinten Nationen.</em> Das mag für einige überraschend sein, aber bei Twitter handelt es sich um ein Unternehmen. Und weder Jack Dorsey noch seine Mitarbeiter können (und wollen) von Luft und Liebe leben. Twitter verdient Geld. Nicht auf Wohltätigkeitsbällen. Sondern mit den Daten seiner Nutzer. Oder müssen Sie jedes Mal einen Euro in Ihr DVD-Laufwerk stecken, wenn Sie Twitter benutzen wollen? Werden Sie bei Twitter mit Werbung dauerberieselt? Gibt es eine bundeseinheitliche Twittersteuer? Hm. Woher mag also Herrn Dorseys Gehalt kommen?</p>
<div id="attachment_194" class="wp-caption aligncenter" style="width: 240px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter3.jpg"><img class="size-medium wp-image-194" title="twitter3" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter3.jpg?w=230&#038;h=300" alt="Lebt offensichtlich nicht nur von Luft und Liebe: Jack Dorsey." width="230" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Lebt offensichtlich nicht nur von Luft und Liebe: Jack Dorsey.</p></div>
<p><em>2. Twitter zensiert bereits seit seiner Gründung.</em> Glauben Sie nicht? Dann probieren Sie doch mal, &#8220;Mein Kampf&#8221; in 140-Zeichen-Häppchen bei Twitter in die Welt hinauszuschicken. Denn überraschenderweise will Twitter nicht wegen der Inhalte seiner Nutzer belangt werden. Falls Sie glauben, das ginge nicht, werfen Sie doch mal einen Blick in das <a title="Teletubbiegesetz" href="http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/" target="_blank">Telemediengesetz</a>, Paragraph 8.</p>
<div id="attachment_195" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter2.jpg"><img class="size-medium wp-image-195" title="twitter2" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter2.jpg?w=300&#038;h=193" alt="Diese Gestalten haben das Telemediengesetz gemacht." width="300" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Diese Gestalten haben das Telemediengesetz gemacht.</p></div>
<p><em>3. Twitter gehört nicht dem Erzengel Gabriel.</em> Bereits seit geraumer Zeit ist die Kingdom Holding Company mit einer Summe von 300 Millionen Dollar an Twitter beteiligt. Diese Firma gehört einem Herrn namens Alwaleed Ibn Talal, der neben einer ordentlichen Portokasse auch noch über den Titel eines saudischen Prinzen verfügt, denn sein Onkel ist da König. Und der gute Onkel mag es nicht, wenn man in seinem Land den König beleidigt, seinen Gott lästert oder sich der Hexerei schuldig macht. Dafür wird man dann wahlweise <a title="Raue Sitten" href="http://www.todesstrafe.de/todesstrafenatlas_Saudi%20Arabien.html" target="_blank">enthauptet, gehängt, gesteinigt oder erschossen</a>. Und Sie glauben, dieser nicht unerhebliche Anteilseigner von Twitter hat ein Interesse daran, dass sein Kommunikationsnetzwerk dafür genutzt wird, eben diese Verbrechen zu begehen?</p>
<div id="attachment_196" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter1.jpg"><img class="size-medium wp-image-196" title="twitter1" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/twitter1.jpg?w=300&#038;h=168" alt="Dieser Herr investiert gerne in neue Technologien. Sein Onkel mag auch Althergebrachtes." width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Dieser Herr investiert gerne in neue Technologien. Sein Onkel mag auch Althergebrachtes.</p></div>
<p>Doch kommen wir zur zweiten Fähigkeit &#8211; der</p>
<p><strong>Geduld,</strong></p>
<p>der es Bedarf, einen Sachverhalt selbst zu recherchieren.</p>
<p>Zugegeben, im Internet gibt es eine verwirrende Anzahl von Buchstaben, in beinahe unendlich vielen Kombinationen. Falls man sich aber die Mühe macht, einen leidlich gut gewählten Begriff in die Suchmaschine seiner Wahl einzugeben, gelangt man schnell zu der Erkenntnis, dass die Dinge sich nicht ganz so verhalten, wie es in der hormonellen Aufwallung der ersten Empörung scheinen mag:</p>
<p>1. wird Twitter seine Zensur reaktiv einsetzen. Das bedeutet, dass zu jedem einzelnen Tweet erst Mal ein juristisch Befugter bei Twitter eine Anfrage stellen muss. Glauben Sie, das geschieht, bevor der entsprechende Tweet nicht schon längst sowieso im sanften Nebel des Vergessens versunken ist?</p>
<p>2. sagt Twitter zu, alle Zensurvorgänge öffentlich zu dokumentieren. Alleine diese Tatsache führt jegliche lokale Zensur ad absurdum. Denn so wird die Meinung der Zensierten nicht unterdrückt, sondern ihre Zensoren und deren Motive bloßgestellt.</p>
<p>Falls Sie inzwischen Lust bekommen haben sollten, sich mit diesem Thema ausführlicher zu beschäftigen, möchte ich Ihnen gratulieren. Meine verkürzte und etwas überspitzte Darstellung deckt weder die gesamte Bandbreite der Thematik ab, noch ist mein Standpunkt hier wirklich neutral.</p>
<p>Ich werde am 28. Januar 2012 jedenfalls munter weitertwittern, denn wenn ich schon auf die Barrikaden gehe, dann sicher nicht wegen des wilden Aktionismus von Menschen, die zu faul sind, das Kleingedruckte zu lesen.</p>
<p>Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Und kommen Sie gut durch die Nacht.</p>
<div id="attachment_193" class="wp-caption aligncenter" style="width: 556px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/bildschirmfoto-2012-01-27-um-20-36-21.png"><img class="size-full wp-image-193" title="Bildschirmfoto 2012-01-27 um 20.36.21" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/bildschirmfoto-2012-01-27-um-20-36-21.png?w=692" alt="My 5 Cents."   /></a><p class="wp-caption-text">My 5 Cents.</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/190/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=190&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Okkulte Titanen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 16:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freakshow]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Nicht, dass ich ein Jurist wäre. Also, beileibe nicht. Aus mir wird auch keiner mehr. Ebenfalls kein Kaufmann, Zahnarzt oder KFZ-Mechatroniker. Gelegentlich nagt an mir trotz unsolidem Lebenswandels und moralischer Zerrüttung aber doch so etwas wie ein Rechtsempfinden. Na gut, nicht oft. Heute allerdings schon. Da das Nagen und Zerren im Laufe der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=150&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Nicht, dass ich ein Jurist wäre. Also, beileibe nicht.</p>
<div class="mceTemp"></div>
<div id="attachment_152" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/zopf.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-152" title="zopf" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/zopf.jpg?w=150&#038;h=150" alt="Sehen so Juristen aus? Nein. Juristen sehen anders aus." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sehen so Juristen aus? Nein. Juristen sehen anders aus.</p></div>
<p>Aus mir wird auch keiner mehr. Ebenfalls kein Kaufmann, Zahnarzt oder KFZ-Mechatroniker. Gelegentlich nagt an mir trotz unsolidem Lebenswandels und moralischer Zerrüttung aber doch so etwas wie ein Rechtsempfinden. Na gut, nicht oft. Heute allerdings schon. Da das Nagen und Zerren im Laufe der letzten Stunden immer stärker wurde, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, wie es dazu kam, dass diese besonders selten zutage tretende Saite meiner zarten Jünglingsseele angeschlagen wurde (und warum ich dieses Vorwort in so unsäglicher Sprache herunterschwurble):</p>
<p><strong>An einem Dienstag&#8230;</strong></p>
<p>&#8230; verlinkte die Twitterin mit der schönsten Nase der Welt in einem ihrer Posts den Blog von <a title="Bücherzeit-Blog" href="http://buecherzeit.wordpress.com" target="_blank">Myriel</a>, in dem Selbige ihre Freizeit damit verbringt, Bücher zu besprechen. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, Menschen neigen nun mal dazu, ihre Meinung zu Dingen zu äußern. Ist ja sogar erlaubt.</p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.&#8221;</em> (Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 1, Satz 1)</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/ciu/d4/7e/888751d337410a209582c9.L._V156441476_SX200_.jpg"><img class=" " title="Naturliebhaber in mittleren Jahren: John Asht." src="http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/ciu/d4/7e/888751d337410a209582c9.L._V156441476_SX200_.jpg" alt="Naturliebhaber in mittleren Jahren: John Asht." width="160" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Naturliebhaber in mittleren Jahren: John Asht.</p></div>
<p>Der Blog, den diese Dame betreibt, ist nach eigenem Bekunden<em> &#8221;ein nicht-kommerzieller Webblog, auf dem ich über gelesene und andere interessante Bücher berichten möchte.&#8221;</em> Von Berufs wegen beschäftigt sich diese (mir persönlich nicht bekannte Dame) mit anderem, nämlich Steuerrecht. Falls Sie sich die Mühe machen wollen, ihren Blog zu besuchen, werden Sie schnell feststellen, dass Blog und Dame einen Hang hin zu fantasy-lastiger Literatur haben und gerne alles besprochen/vorgestellt wird, was sie des Lesens für wert oder unwert befindet. Um ihrem Blog zusätzlichen Inhalt und Sinn zu verleihen, veröffentlichte sie am 16. November 2011 einen Post zu einem Fantasyroman deutscher Provenienz, namentlich<a title="Der Stein des Anstoßes" href="http://www.amazon.de/TWIN-PRYX-Zwillingsbrut-John-Asht/dp/3940932094/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1327405946&amp;sr=1-1" target="_blank"> TWIN-PRYX: Zwillingsbrut</a> von John Asht.</p>
<p>Und obwohl in Myriel offensichtlich eine heiße Liebe für fantastische Literatur brennt, konnte dieses Werk ihr Herz anscheinend nicht recht erwärmen:</p>
<p><em>&#8220;Bei meinem ersten Versuch mit diesem Buch habe ich es nicht mal bis Seite 30 geschafft, beim zweiten Anlauf immerhin bis Seite 90. Einen Dritten wird es nicht geben.&#8221;</em></p>
<p>Meine Neugier war geweckt &#8211; dank der Wunder moderner Hochtechnologie und der gewitzten Marketingstrategie von amazon.com wagte ich einen &#8220;<a title="Blick ins Buch" href="http://www.amazon.de/gp/reader/3940932094/ref=sib_dp_pt#reader-link" target="_blank">Blick ins Buch</a>&#8221; &#8211; Um es kurz zu fassen: Auf den ersten Seiten tritt eine Frau in <em>&#8220;altkeltischer Kleidung&#8221;</em> 1933 aus einem Wäldchen in<em> &#8220;Transylvanien&#8221;</em> (sic!), zückt eine<em> &#8220;babylonisch&#8221;</em> anmutende Flöte und erblickt drei spielende Kinder im Graben einer mittelalterlichen Burg, woraufhin eine (andere) Dame in der üblichen Oberbekleidung der<em> &#8220;nordamerikanischen Sioux&#8221;</em> auf dem Wehrgang erscheint. Die erste Dame ruft daraufhin mittels ihres vorantiken Holzblasinstruments einen <em>&#8220;Dämon&#8221;</em>, der sich in eine Wolke hüllt und heiser Übles verkündet. So weit, so gut.</p>
<div id="attachment_175" class="wp-caption alignleft" style="width: 268px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht6.png"><img class="size-full wp-image-175" title="asht6" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht6.png?w=692" alt="Bei aller Liebe. Aber im Deutschen schreibt man das mit zwei &quot;s&quot;. Sagt der Duden."   /></a><p class="wp-caption-text">Bei aller Liebe. Aber im Deutschen schreibt man das mit zwei &quot;s&quot;. Sagt der Duden.</p></div>
<p><strong>Wissenswertes über Erlangen</strong></p>
<p>Also. Buchvorschau wieder zu, genug des Guten. Wir wollen hier ja nicht über den Inhalt dieses Werkes sprechen. Was Myriels Blogpost folgte, stellte sich nämlich schnell als erheblich interessanter heraus als schwurbelige Flötenensembles in pfiffig gewähltem mystisch-okkulten Ambiente. Der erste Kommentator des Blogposts war, einen Monat nach Veröffentlichung &#8211; John Asht. Ich möchte Ihnen seine Äußerungen nicht vorenthalten:</p>
<p><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-161" title="asht1" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht1.png?w=692" alt=""   /></a></p>
<p>Wenn man den Zeitstempel in Myriels Blog als Gradmesser nimmt, müssen sich in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 2011 unaussprechliche menschliche Dramen in Erlangen (der Wahlheimat des Autors) abgespielt haben. Da der Sachverhalt der Kritik mit negativem Tenor ihm scheinbar den Schlaf zu rauben schien, veröffentlichte Herr Asht wenige Stunden später noch einen weiteren Kommentar:</p>
<p><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-162" title="asht2" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht2.png?w=692" alt=""   /></a></p>
<p>Nach Lektüre dieser beiden direkt aufeinander folgenden Kommentare warfen sich erste Fragen für mich auf, die drängender waren als die Vorstellung von indianerbestickten Burgfräuleins auf osteuropäischen Burgzinnen:</p>
<ul>
<li>Warum duzt der Mann jemanden, den er gar nicht kennt? Ist das so üblich?</li>
<li>Ist ein Alter von dreiundzwanzig Jahren nicht ausreichend, um sich eine eigene Meinung zu bilden?</li>
<li>Sind die &#8220;Mädel&#8221; nicht alle beim <a title="BDM" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_M%C3%A4del" target="_blank">BDM</a>?</li>
<li>Wie kann jemand, der als professioneller Autor reüssieren will, nicht wissen, dass ein Anwalt gar nichts ahnden kann, sondern nur ein Gericht?</li>
<li>Wer sind die &#8220;gewissen Leute&#8221;?</li>
<li>Lernt man in der Schule nicht, mit Apostrophen umzugehen?</li>
<li>Und was, zum Teufel, haben flötendudelnde Dämonenbeschwörerinnen mit &#8220;gehobener Literatur&#8221; zu tun?</li>
</ul>
<div>
<div id="attachment_173" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/maedel.jpg"><img class="size-medium wp-image-173" title="maedel" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/maedel.jpg?w=300&#038;h=193" alt="Mädel, relativ ahnungslos." width="300" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Mädel, relativ ahnungslos.</p></div>
</div>
<p>Ach, Fragen über Fragen. Aber ich will Sie nicht langweilen, denn Antworten auf diese Fragen finde ich trotz intensivster geistiger Klausur auch keine. Da ich offensichtlich nicht zu den Menschen gehöre, die für gehobene Literatur geeignet sind, begnüge ich mich mit kürzeren Texten. Selbstverständlich steht es auch Herrn Asht frei, in einem Kommentar seine Meinung frei zu äußern. Allerdings gibt es da eine Kleinigkeit, die vielleicht ebenfalls Beachtung finden sollte:</p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Diese Rechte finden ihre Schranken (&#8230;) in dem Recht der persönlichen Ehre.&#8221;</em> (Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 2, Satz 1)</p>
<p>Der Trick besteht sozusagen darin, dass man ein Werk kritisieren darf, wenn man der Person der Autorin nicht persönlich ans Bein pisst. Indem man zum Beispiel die geistige Qualifikation der Autorin als minderwertig darstellt.</p>
<p>Um der Gerechtigkeit genüge zu tun &#8211; Herr Asht ist mit seiner Meinung nicht allein auf weiter Flur. Zumindest der Verlag wollte behilflich sein, der Herrn Ashts Werk veröffentlichte. Und gleich in Myriels Blog noch einen nachlegte:</p>
<p><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-168" title="asht3" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht3.png?w=692" alt=""   /></a></p>
<p>Gut. Dann bin ich eben doof. Aber zumindest wäre geklärt, wer die &#8220;gewissen Leute&#8221; sind, denen wir es zu verdanken haben, dass Kleingeister wie wir, die wir nicht zur treuen Anhängerschaft des Literaturtitanen John Asht gehören, ewig im geistigen Dunkel tappen müssen. Es sind &#8220;die Machthaber.&#8221; Ich prangere das an.</p>
<p><strong>Der Tragödie nächster Teil</strong></p>
<p>Dass sich jetzt ein Stuhlgewitter (siehe mein letzter Post) entwickelte, wird Sie so wenig überraschen wie mich. Dass sich in Myriels Blog inzwischen mehr als 370 Kommentare zu ihrem Post befinden, beeindruckte mich hingegen schon. Spannend ist, dass die meisten der Kommentierenden wenig Verständnis und Liebe für Herrn Ashts Äußerungen fanden. Der Tenor tendiert hier dazu, dass die Drohung mit Abmahnung, Gerichtsverfahren und gar schröcklichen weiteren Konsequenzen doch ein klitzekleines Bisschen übertrieben sein könnte. Allein &#8211; Fräulein Myriel zog es vor, auf die Anwürfe gelassen zu reagieren, sachlich zu argumentieren und nicht gleich das Ende der Welt herbeizusalbadern.</p>
<div id="attachment_170" class="wp-caption alignleft" style="width: 199px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht4.png"><img class=" wp-image-170 " title="asht4" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht4.png?w=189&#038;h=168" alt="Sehen so Juristen aus? Nein, Juristen sehen anders aus. (Quelle: http://john-asht.blogspot.com)" width="189" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Sehen so Juristen aus? Nein, Juristen sehen anders aus. (Quelle: http://john-asht.blogspot.com)</p></div>
<p>In krassem Gegensatz dazu befindet sich allerdings Deutschlands kommender Nobelpreisträger aller Kategorien. Der von mir im Stillen verehrte John Asht entblödete sich nicht, anhand seiner profunden, mutmaßlich bei Wikipedia erworbenen, juristischen Kenntnisse, eine Theorie zu entwickeln. Diese basiert auf einer Weltverschwörung, deren Hauptzutaten der §4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, eine heimtückisch zu nennende Studentin und die kriminellen Machenschaften auf Buchmessen im allgemeinen sind. Ach ja. Und flötenspielende Altkeltinnen.</p>
<p>In seinem <a title="Blog John Asht" href="http://john-asht.blogspot.com/" target="_blank">Blog </a>weitet Herr Asht die Anwürfe gegen die uneinsichtige Myriel in voller Gänze aus, beleidigt sie, unterstellt ihr unlautere Absichten, beleidigt sie noch ein Bisschen mehr und droht schlussendlich triumphierend damit, dass er jetzt, da er unwiderlegbare Beweise habe, das Strafgericht seiner okkulten Götter, des Rechtsstaates und alle anderen ihm zu Gebote stehenden Gerichtsbarkeiten über sie hereinbrechen lasse.</p>
<div id="attachment_180" class="wp-caption alignright" style="width: 226px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht51.png"><img class=" wp-image-180 " title="asht5" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/asht51.png?w=216&#038;h=143" alt="Würde sogar in einen Tweet passen. (Quelle: http://john-asht.blogspot.com)" width="216" height="143" /></a><p class="wp-caption-text">Würde sogar in einen Tweet passen. (Quelle: http://john-asht.blogspot.com)</p></div>
<p><strong>Ceterum censeo</strong></p>
<p>Aber kommen wir zum Schluss. Lieber Herr Asht, hochverehrter Roder Verlag. Ob Sie Bücher schreiben und/oder  veröffentlichen, ist mir egal. Selbst wenn darin grünäugige Keltenbitches mit arschigen Doppelnamen vorkommen. Oder heiße junge Squaws. Oder meine Mutter.</p>
<p>Es ist mir ebenfalls egal, wenn Sie die beleidigte Leberwurst spielen, weil jemandem eines Ihrer (meiner bescheidenen Meinung nach armseligen) Büchlein nicht gefällt.</p>
<p>Auch die Verbreitung kruder Hirngespinste und halbgarer Behelfslyrik ist vornehmlich ein Problem, das Sie mit Ihrer umfangreichen Fangemeinde teilen, nicht mit mir.</p>
<p><strong>So. Jetzt aber mal Ironie aus.</strong></p>
<p>Wenn Sie jemanden als Menschen beleidigen, der Ihr Werk, nicht Ihre Person kritisiert, überschreiten Sie eine Grenze. (§185 StGB)</p>
<p>Wenn Sie dieser Person drohen, überschreiten Sie die nächste Grenze. (§240 StGB)</p>
<p>Wenn Sie dieser Person übel nachreden, haben Sie noch eine Grenze überschritten. (§186 StGB)</p>
<p>Und wenn Sie laut herumtönen, dass diese Person verbrecherische Absichten gegen Sie hege, WEIL DIESER PERSON IHR BUCH NICHT GEFÄLLT, ist das Maß voll. (§145d StGB)</p>
<p>Denn, verehrter Großmeister der deutschen Sprachkunst, auch für die Autoren von Blogs gilt:</p>
<p style="text-align:center;"><em>&#8220;Eine Zensur findet nicht statt.&#8221;</em> (Grundgesetz, Artikel 5, Absatz 1, Satz 3)</p>
<p><strong>Ich solidarisiere mich hiermit ausdrücklich mit Myriel und dem von ihr zu diesem Thema verfassten Blogpost. </strong></p>
<p>(Ach ja. Wenn mein Buch bei Amazon im Verkaufsrang von 250.000 auf 50.000 hochgeht, weil sich endlich eine gute Seele gefunden hat, die sich zumindest die Mühe macht, es zu zerreißen, würde ich ja mein Maul halten und weinen. Vor Dankbarkeit. Und deine Mudda spielt babylonische Flöten in rumänischen Wäldern.)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/150/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=150&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Wurstelite</title>
		<link>http://arschhaarzopf.wordpress.com/2012/01/12/die-wurstelite/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 07:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nahrungsmittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. &#160; Am 11. Januar 2012 wurde mir aufgrund diverser Umstände die unverdiente Ehre zuteil, eines meiner Machwerke im Rahmen des #JourFitz in Berlin vor Publikum zum Besten zu geben. Da (verständlicherweise) nicht jeder Verfolger dieses Blogs oder meines unseligen Twitteraccounts in Berlin wohnt und auch nicht jeder in Berlin wohnende Verfolger (unverständlicherweise) das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=127&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am 11. Januar 2012 wurde mir aufgrund diverser Umstände die unverdiente Ehre zuteil, eines meiner Machwerke im Rahmen des <em>#JourFitz</em> in Berlin vor Publikum zum Besten zu geben.</p>
<p>Da (verständlicherweise) nicht jeder Verfolger dieses Blogs oder meines unseligen Twitteraccounts in Berlin wohnt und auch nicht jeder in Berlin wohnende Verfolger (unverständlicherweise) das Bedürfnis hatte, dieses live und vor Ort zu rezipieren, scheint mir dieses Blog der geeignete Ort, um besagten Text einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.</p>
<p>Mein Dank für diesen wunderbaren Abend geht zunächst an den @Vergraemer, ohne den es diese Veranstaltung nicht gäbe, des weiteren an die geschätzten Mit-Vortragenden, deren Texte mich zum Lachen brachten, zum Nachdenken anregten oder auch einfach nur schön waren &#8211; und an das geschätzte Publikum, vor dem zu lesen mir großes Vergnügen bereitete. Danke.</p>
<p>Aber genug der Vorrede, kommen wir zum gestrigen Beitrag:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Guten Abend.</p>
<p>Diejenigen von Ihnen, die regelmäßig dieser Veranstaltung beiwohnen, werden jetzt etwas enttäuscht sein, mich hier zu sehen. Kenner wissen, dass an dieser Stelle in der Regel die Nummerngirls des Friedrichstadtpalastes eine bunte Revue aufführen, um die Textlastigkeit des Abends etwas aufzulockern. Sehe ich jedoch aus wie ein Nummerngirl? Ich glaube, nein.</p>
<div id="attachment_128" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/001.jpg"><img class="size-medium wp-image-128" title="001" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/001.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Dies ist ein Nummerngirl. Ich bin keines." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Dies ist ein Nummerngirl. Ich bin keines. (Siehe unten)</p></div>
<p>Warum sitze ich also hier? Da die Nummerngirls offensichtlich absent sind, sah sich unser verehrter Gastgeber in seiner großen Not gezwungen, schnellstmöglich einen Ersatz zu finden, um die Show nicht platzen zu lassen. Es kam ihm also zupass, dass er mich gerade in der Dampfsauna mit Weidenruten geißelte, als er vom Ausfall der geplanten Tanzrevue erfuhr. Also sprach er zu mir:</p>
<p style="text-align:center;"><em>„Oh Zopf, Sie sind klug, Sie sind schön, Sie haben Mettkopfhörer, wollen Sie nicht die Nummerngirls substituieren?“</em></p>
<p>Nach einigem gedanklichen Hin und Her stimmte ich diesem Vorschlag zu, zumal ich befürchten musste, dass die Geißelung ansonsten eine ungute Wendung genommen hätte. Auch ein Thema war schnell gefunden – irgendwas mit Medien. Oder Internet. Meinetwegen auch mit Tieren. Musik wäre auch nicht schlecht. Na gut, notfalls auch ein Reisebericht. (Ich erspare Ihnen die jetzt folgende dreistündige Diskussion.) Wir entschieden uns dann für ein Thema, bei dem man nicht groß anecken kann, das jeder kennt und im Allgemeinen eher freundlichen Charakter hat: Eliten.</p>
<p>Also, raus aus der Sauna, und über Eliten meditiert.</p>
<div id="attachment_129" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/002.png"><img class="size-medium wp-image-129" title="002" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/002.png?w=300&#038;h=200" alt="Elite. So wie sie in meinem Kopf stattfindet." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Elite. So wie sie in meinem Kopf stattfindet.</p></div>
<p>Was mir selbst dazu einfällt, ist wenig hilfreich. Ich denke, das habe ich meiner Sozialisation aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert zu verdanken.</p>
<div id="attachment_130" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/003.gif"><img class="size-full wp-image-130" title="003" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/003.gif?w=692" alt="Körperflüssigkeitenaustauschanbahnungsinstitut &quot;Elite&quot;."   /></a><p class="wp-caption-text">Körperflüssigkeitenaustauschanbahnungsinstitut &quot;Elite&quot;.</p></div>
<p>Also fix gegoogelt. Hm. Brustvergrößerungen und Partnervermittlung für untervögelte Gymnasiallehrer. Nein. Darüber will ich nicht weiter nachdenken. Meine Brüste sind bereits groß genug.</p>
<div id="attachment_131" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/004.jpg"><img class="size-medium wp-image-131" title="004" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/004.jpg?w=300&#038;h=137" alt="Bettelmönche schauen mich traurig an." width="300" height="137" /></a><p class="wp-caption-text">Bettelmönche schauen mich traurig an.</p></div>
<p>Nächster Versuch: Wikipedia. Geht ja immer, darf man halt keinem erzählen. So ähnlich wie bei IKEA-Möbeln. Allerdings fand ich da nichts außer einem traurig dreinblickenden Bettelmönch.</p>
<div id="attachment_132" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/005.jpg"><img class="size-medium wp-image-132" title="005" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/005.jpg?w=300&#038;h=77" alt="Kuckst du Duden." width="300" height="77" /></a><p class="wp-caption-text">Kuckst du Duden.</p></div>
<p>Gut, dann ein letzter Versuch, diesmal eher oldschool – der Duden muss her. Endlich. Zumindest ein Ansatz. Der Duden definiert Elite folgendermaßen:</p>
<p>Substantiv, feminin.</p>
<ol>
<li>eine Auslese darstellende Gruppe von Menschen mit besonderer Befähigung, besonderen Qualitäten; die Besten, Führenden; Führungsschicht, -mannschaft</li>
<li>Irgendwas mit Schreibmaschinen. (Aha. Was ist eine Schreibmaschine?)</li>
</ol>
<p>Und hey, einen weiterführenden Link bieten sie auch noch. Ist zwar zum Facebookaccount der ING DiBa, aber Link ist Link. (Falls Sie nicht wissen, was Facebook ist: Eigentlich das Selbe wie Fußpilzcreme. Jeder Zweite hat es zu Hause und keiner redet darüber.)</p>
<p>Wie ich nach anklicken dieses Links allerdings schnell feststellen musste, war der Link durchaus mit Bedacht platziert. Was ich nämlich unter besagter Adresse fand, war – eine Diskussion über eine Scheibe Wurst.</p>
<p>Wurst?</p>
<div id="attachment_133" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/006.jpg"><img class="size-medium wp-image-133" title="006" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/006.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Prädikatswurst." width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Prädikatswurst.</p></div>
<p>Ja, Wurst. Eine Scheibe Lyoner, um genau zu sein. Für unsere Freunde aus der Norddeutschen Tiefebene: Bei Ihnen wird das aus Industrieabfällen hergestellt und in Schrumpfschläuchen fälschlicherweise als Mohtadella angeboten. Ja, ohne „r“, das könnten Sie sowieso nicht aussprechen. Eine echte Mortadella ist was anderes. Die erkennt man nämlich an der Krawatte.</p>
<div id="attachment_134" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/007.jpg"><img class="size-medium wp-image-134" title="007" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/007.jpg?w=300&#038;h=283" alt="Mortadella. Mit &quot;r&quot;." width="300" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Mortadella. Mit &quot;r&quot;.</p></div>
<p>Aber bleiben wir bei der Lyoner.</p>
<p>Was hat jetzt die Wurst mit der ING DiBa und Eliten zu tun? Oder mit Facebook? Und warum sitzt da Dirk Nowitzki?</p>
<p>Sie sehen, Eliten sind doch ein komplexeres Thema als zunächst gedacht. Ich bemühe mich allerdings um Aufklärung. Also.</p>
<p>Es begab sich, dass die ING DiBa neulich einen Werbespot produzieren ließ. Was nicht ungewöhnlich für ein Finanzunternehmen ist &#8211; man will ja schließlich neue Kunden gewinnen. Dass dabei der derzeitige Hauptwerbeträger, namentlich der Basketballspieler Dirk Nowitzki, zum Einsatz kommt, ist ebenfalls nachvollziehbar. Selbiger Sympathieträger sollte also in einem Spot auftreten. Leider endet hier der Teil mit der Nachvollziehbarkeit. In besagtem Werbespot betritt Herr Nowitzki eine Studiometzgerei, die vor „guter alter Zeit“ und stereotypen adipösen Fleischereifachverkäuferinnen nur so strotzt.</p>
<div id="attachment_135" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/008.jpg"><img class="size-medium wp-image-135" title="008" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/008.jpg?w=300&#038;h=200" alt="Professioneller Wurstverzehr." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Professioneller Wurstverzehr.</p></div>
<p>Also kurz zur Handlung: Herrn Nowitzki wird beim Betreten der Metzgerei selbstverständlich eine freundliche Begrüßung zuteil. Und eine Scheibe Lyoner, damit er groß und stark wird. Oder wurde. Das wird an dieser Stelle nicht ganz klar hervorgehoben.</p>
<p>Wie dem auch sei, weil Herr Nowitzki ja dafür bezahlt wird, verzehrt er brav und geduldig seine Wurst und macht damit vollkommen klar, dass alle ING DiBa Kunden…</p>
<p>Hm. Was nur? So groß sind wie Herr Nowitzki? Einen unguten Wurstfetisch haben? Basketball spielen können? Sich in einer Metzgerei vordrängeln dürfen? Man weiß es nicht.</p>
<p>Jedenfalls veröffentlichte der Auftraggeber besagte Werbebotschaft im Fernsehen und bei Facebook, nicht ahnend, welch außerordentliche Resonanz er damit erzeugen würde. Was nämlich folgte und derzeit immer noch im Gange ist, war ein Shitstorm epischen Ausmaßes.</p>
<p>Herrje. Schon wieder ein Fremdwort. Shitstorm ist eine Ableitung aus den englischen Begriffen „Thunderstorm“ und „Shit“. Also, auch hierzu ein kurzer Exkurs. Den englischen Begriff des „Thunderstorm“ finden Sie selten im deutschen Sprachgebrauch. Auch die Übersetzung, die Qualitätsmedien wie die Bild der Frau, das Kleinwülferoder Tageblatt oder der Spiegel liefern, ist wenig hilfreich, denn hier wird „Thunderstorm“ mit „Gewittersturm“ übersetzt – ein Wort, dass es im Deutschen schlicht und ergreifend nicht gibt. Außer natürlich in der Halbbildungswelt der genannten Qualitätsveröffentlichungen.</p>
<p>Ein Thunderstorm ist ein Gewitter. Die zweite Hälfte des Begriffs „Shitstorm“ leitet sich wie erwähnt ebenfalls aus dem angelsächsischen Sprachraum ab. Die Vokabel „Shit“ hier näher zu erläutern erübrigt sich, so hoffe ich, denn dafür reicht Volksschule Sauerland.</p>
<p>Da „Scheißegewitter“ aber irgendwie eine holprige Sprachmelodie hat, fand einer der Großen der Twitterzunft dafür eine probate Lösung – das Stuhlgewitter war geboren.</p>
<div id="attachment_136" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/vortrag.jpg"><img class="size-medium wp-image-136" title="vortrag" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2012/01/vortrag.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Zopf und Bohm" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">@arschhaarzopf und @HerrVanBohm sind literarisch. (Dank an @Wooloo_Mooloo für das Foto!)</p></div>
<p>Das „was“ wäre also geklärt, kommen wir zum nächsten Punkt – dem „wer“. Zu einem ordentlichen Shitstorm gehören ja mindestens zwei. Und beide müssen das berechtigte Interesse haben, Ihre Sicht der Dinge mit der gebotenen Vehemenz zu postulieren.</p>
<p>In unserem Fall fanden sich nicht zwei, sondern etwa 1000 Personen, die mit einem entsprechend robusten Sendungs- und Kommunikationsbewusstsein ausgestattet sind. Um die Sache jetzt nicht eskalieren zu lassen, erlaube ich mir eine grobe Einteilung: Es ging um die ewige Schlacht der Fleischfresser gegen die Veganer.</p>
<p>Zur Verdeutlichung: Veganer sind Menschen, die es für eine schlechte Idee halten, tierische Produkte zu verzehren und sich an Stellen zu rasieren, an denen die Sonne nicht scheint. Als Belohnung für ihre Lebensweise erhalten sie ein verhärmtes Äußeres, Vitamin B12-Mangel und ziemlich schlechten Sex.</p>
<p>Fleischfresser hingegen sind Menschen, die jeglichen Industrieabfall als „essbar“ definieren, so lange auf der Packung wahlweise ein dampfender Braten, eine lachende Kuh oder „geht auch mit Tzatziki“ abgebildet ist. Diese Menschen haben ebenfalls keinen guten Sex, denn sie sterben mit Mitte 50 sozialverträglich an Gicht, Herzverfettung oder dem bunten Chemiecocktail, den ihr tägliches Schnitzel enthält.</p>
<p>Beide Gruppen tendieren dazu, sich als Elite zu sehen. Und das auch zu propagieren. Wir erinnern uns:</p>
<p>Elite ist <em>„eine Auslese darstellende Gruppe von Menschen mit besonderer Befähigung.“</em></p>
<p>Beide vorhin genannten Gruppen verfügen über Eigenschaften, die man durchaus als Alleinstellungsmerkmal betrachten kann. Und offensichtlich ist der Wunsch, die eigene Wahrheit in die Welt hinauszutragen, stark.</p>
<p>Zumindest stark genug, um den Werbeaccount einer Bank, die glaubt, dass Menschen aufgrund des Wurstverzehrs eines Ballakrobaten ein Konto bei ihr eröffnet, mit einer mehr als 1000 Einträge langen Diskussion um den Sinn und Unsinn des Verzehrs von Fleisch in jeglichem Aggregatzustand zuzumüllen.</p>
<p>Ich habe lange überlegt, ob ich am heutigen Abend einfach die dort stattgefundene Diskussion wiedergebe. Da ich hier aber zeitlich eingeschränkt bin und mich außerdem auch weiterhin Ihres Wohlwollens versichern möchte, habe ich diese Idee verworfen und lieber selbst einen Text verfasst. Die Sternstunden beider Seiten möchte ich Ihnen dennoch nicht vorenthalten.</p>
<p>Zunächst das Kernzitat der Veganerfraktion:</p>
<p style="text-align:center;"><em>„Ein Mensch ist ein Teil des Ganzen, von uns &#8220;Universum&#8221; genannt, ein Teil der von Zeit und Raum begrenzt ist. Er erlebt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle jedoch als abgegrenzt vom Rest&#8230; was eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins ist. Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, welche uns auf unsere eigenen Bedürfnisse beschränkt und darauf, dass wir nur für einige Menschen die uns am Nächsten sind, Gefühle entwickeln. Unsere Aufgabe muss es sein uns selbst aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir unser Mitgefühl ausdehnen, so dass es alle lebenden Wesen und die Natur als Ganzes und ihre Schönheit darin einschliesst.“</em></p>
<p> Die zentrale Aussage der fleischverzehrenden Diskussionsteilnehmer ist etwas kürzer gefasst:</p>
<p style="text-align:center;"><em>„In Wurss sin Vitamine drin.“</em></p>
<p>Drei Lehren konnte ich auf jeden Fall aus dieser Diskussion ziehen:</p>
<ol>
<li>ist Dirk Nowitzki größer als eine Fleischereifachverkäuferin.</li>
<li>hat die Facebook-Präsenz der ING DiBa inzwischen 50% mehr Follower als noch Anfang Januar.</li>
<li>sind Eliten ein schwierigeres Thema als ich dachte.</li>
</ol>
<p>Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/arschhaarzopf.wordpress.com/127/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/arschhaarzopf.wordpress.com/127/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=127&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Panzerknackerbande</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 12:04:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arschhaarzopf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Guten Tag. Ein prominentes Mitglied des bundesrepublikanischen Staatsapparates hat derzeit ein Rechtfertigungsproblem bezüglich eines privat gewährten Kleinstkredits. Sämtliche Medien hinterfragen derzeit aufs Unhöflichste das Finanzgebaren dieses Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland &#8211; in einer Art und Weise, wie sie (unserer bescheidenen Meinung nach) der Würde des Amtes nicht angemessen ist. Uns ist es gelungen, ein exklusives [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arschhaarzopf.wordpress.com&amp;blog=25667246&amp;post=108&amp;subd=arschhaarzopf&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag.</p>
<p>Ein prominentes Mitglied des bundesrepublikanischen Staatsapparates hat derzeit ein Rechtfertigungsproblem bezüglich eines privat gewährten Kleinstkredits. Sämtliche Medien hinterfragen derzeit aufs Unhöflichste das Finanzgebaren dieses Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland &#8211; in einer Art und Weise, wie sie (unserer bescheidenen Meinung nach) der Würde des Amtes nicht angemessen ist.</p>
<p>Uns ist es gelungen, ein exklusives Interview mit dem Opfer dieser medialen Intrige zu führen. Erstmalig und exklusiv gewährt uns der Präsidial-Panzerknacker 176-671 Einblicke in seine Sicht der sich entwickelnden Affäre.</p>
<p><em> </em></p>
<div id="attachment_117" class="wp-caption alignleft" style="width: 204px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/grosser_dienstanzug.jpg"><img class="size-medium wp-image-117" title="grosser_dienstanzug" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/grosser_dienstanzug.jpg?w=194&#038;h=300" alt="Großer Dienstanzug des Bundespräsidenten. (Abb. ähnlich.)" width="194" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Großer Dienstanzug des Bundespräsidenten. (Abb. ähnlich.)</p></div>
<p><em><strong>Der Zopf:</strong> Zunächst, verehrter Herr 176-671, möchten wir uns ganz herzlich bedanken, dass Sie sich in schwieriger Zeit dazu bereit erklären, uns und der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen.</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> In diesen festlichen Tagen nehmen wir uns Zeit für Menschen, die uns wichtig sind. Wir freuen uns über Besuche, Briefe und Anrufe. Wir spüren: Wir gehören zusammen. Wir stützen einander. Wir sind einander verbunden. Zusammenhalt, Verständigung, Miteinanderauskommen: Das brauchen wir in unseren Familien, in unserem privaten Leben und in unserer ganzen Gesellschaft. Zusammenhalt, Verständigung, Miteinanderauskommen: All das geschieht nicht von allein. Dafür muss man etwas tun.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Herr 176-671, durch die Aufnahme eines Privatkredits in ferner Vergangenheit entstehen Ihnen gerade erhebliche Unbillen. Undankbare Journalisten hinterfragen Ihre Finanzplanung, gönnen Ihnen Ihr schönes Häuschen nicht und zerren Ihre Machenschaften ans Licht der Öffentlichkeit. Wie geht es Ihnen dabei?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Nach meiner Überzeugung bedeuten alle notwendigen Problemlösungen, wie immer sie aussehen, Zumutungen &#8211; Zumutungen für alle Beteiligten. So einfach ist es in der Demokratie und zugleich so schwierig. Das wird Einschnitte bedeuten, die schmerzhaft sind. Langfristig wird aber nur dies Handlungsfähigkeit und Wohlstand bewahren. Wichtig dabei ist, dass die Lasten fair verteilt werden.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Herr 176-671, glauben Sie nicht, dass die Aufnahme eines Kredits von einer Privatperson zu finanziellen Abhängigkeiten führen kann?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Ich erinnere, wie mir, als ich in Ihrem Alter war, ein Unternehmer erzählte, er hätte von seinem Vater gelernt: „Wenn Du einen kleinen Kredit aufnimmst, dann hat Dich die Bank in der Hand. Wenn der Kredit eine bestimmte Größe erreicht, dann hast Du die Bank in der Hand.“</p>
<div id="attachment_114" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/kleinkreditgeber.jpg"><img class="size-medium wp-image-114" title="kleinkreditgeber" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/kleinkreditgeber.jpg?w=300&#038;h=228" alt="Diese guten Menschen vergeben uneigennützig Kleinstkredite an Bedürftige. Vergelt's Gott!" width="300" height="228" /></a><p class="wp-caption-text">Diese guten Menschen vergeben uneigennützig Kleinstkredite an Bedürftige. Vergelt&#039;s Gott!</p></div>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Viele Bürger, auch und vor allem die Medien, sprechen inzwischen von „Klüngel“. Wie werden Sie in Zukunft mit Ihren persönlichen Freunden umgehen &#8211; und warum werden Sie so handeln?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Einige dieser Menschen habe ich heute Abend ins Schloss Bellevue eingeladen. Sie haben sich in diesem Jahr für andere, mit anderen gemeinsam eingesetzt. Aus unterschiedlichen Gründen und Motiven. Obwohl sie alle verschieden sind, liegt es an ihnen und an vielen anderen, die so handeln wie sie, dass unser Land zusammengehalten wird: von Solidarität und von dem gemeinsamen Füreinandereinstehen.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Sie glauben also nicht, verehrter 176-671, dass etwas Abstand zu Ihren Freunden in Niedersachsen gut für Ihr Image wäre? Warum diese Nibelungentreue?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Auf die ist immer Verlass. Menschen, die sich mit anderen zusammentun, um neue Ideen zu verwirklichen. Die sich für Ämter zur Verfügung stellen, weil sie sich für ihre Stadt, für unser Land, für unsere Demokratie verantwortlich fühlen. Wer sich so engagiert, bekommt viel zurück.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Einer Ihrer engsten Freunde, verehrter 176-671, ist bekannt dafür, dass er über ein bestenfalls dubios zu nennendes Schneeballsystem Kapitalanlagen vertreibt, die vor allem einem nützen, nämlich seinem eigenen Bankkonto. Was sagen Sie zu diesen Anwürfen gegen einen Ihrer wichtigsten Vertrauten?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Unsere Gesellschaft ist frei und bunt: Wir leben in verschiedenen Lebenswelten, wir sind unterschiedlich, was unsere Herkunft angeht, unsere Religion, unsere Bildung und unsere Träume vom Glück. Damit eine Gesellschaft aus so vielfältigen Menschen Bestand hat, brauchen wir vor allen Dingen: Respekt. Respekt vor dem, der anders ist als man selbst. Und Anerkennung auch seiner Leistungen.</p>
<div id="attachment_115" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/drei_panzerknacker.jpg"><img class="size-medium wp-image-115" title="drei_panzerknacker" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/drei_panzerknacker.jpg?w=300&#038;h=196" alt="Im geheimen versteck der Panzerknacker. Von links nach rechts: 176-671, 176-761 und Opa Knack." width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Im geheimen Versteck der Panzerknacker. Von links nach rechts: 176-671, 176-761 und Opa Knack.</p></div>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Sie haben inzwischen verlauten lassen, dass eine geringere Zinsmarge Ihre Motivation für die Aufnahme eines Kredits bei einem befreundeten Ehepaar gewesen sei. Bei genauerer Betrachtung ist der Unterschied zu einem Bankkredit doch gar nicht so groß.</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Ich habe heute Morgen vor 20 jungen Wirtschaftswissenschaftlern dafür geworben, nicht alles zu zahlenorientiert zu betrachten. Vielleicht hat man in den Wirtschaftswissenschaften menschliche Ansprüche, Bedürfnisse, Verhaltensweisen ein wenig vernachlässigt. Das Grundbedürfnis nach Fairness darf nicht außer Acht gelassen werden.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Viele unserer Leser haben nicht die Möglichkeit, sich billig Geld von einer Millionärsgattin zu beschaffen, ja, sie erhalten oft auch keinen gewöhnlichen Bankkredit. Welche Worte möchten Sie Ihren Kollegen aus Politik und Wirtschaft mit auf den Weg geben, wenn Sie das gewöhnliche Volk betrachten?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Das Versagen von Eliten bedroht langfristig den Zusammenhalt in der Gemeinschaft, in der Gesellschaft. Wer sich zur Elite zählt und Verantwortung trägt, darf sich eben auch nicht in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschieden. Sondern jede, jeder hat Verantwortung für das Ganze und für den Zusammenhalt in einem Land. Dass es nicht fair zugeht und Lasten einseitig verteilt werden, dieses Gefühl haben aber immer mehr Bürgerinnen und Bürger.</p>
<div id="attachment_116" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/vier_panzerknacker.jpg"><img class="size-medium wp-image-116" title="vier_panzerknacker" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/vier_panzerknacker.jpg?w=300&#038;h=169" alt="In geselliger Runde. Von links nach rechts: 176-761, 176-671, Uropa Knack und Gundel Gaukeley." width="300" height="169" /></a><p class="wp-caption-text">In geselliger Runde. Von links nach rechts: 176-761, 176-671, Uropa Knack und Gundel Gaukeley.</p></div>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Sollte ein solches Verhalten aber ans Licht gelangen, wie in Ihrem Fall geschehen, was raten Sie dann dem Ertappten?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Ich weiß aus meiner Zeit als Regierungschef eines Bundeslandes, wie schwer das Handeln gegenüber dem Reden ist, aber ich weiß aus dieser Erfahrung auch, dass kraftvolles Handeln, dass politische Führung zur Konsolidierung des Haushaltes und politische Akzeptanz dafür möglich sind. Das sollte denen Mut machen, die glauben, dass man den Menschen die Wahrheit nicht zumuten dürfe und nicht ehrlich reinen Wein einschenken könne. Das Gegenteil ist richtig, man muss es nur konsequent und überzeugend und glaubwürdig machen.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Sie denken also nicht an Rücktritt?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Politik muss ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Sie muss sich endlich davon lösen, hektisch auf jeden Kursrutsch an den Börsen zu reagieren. Sie muss sich nicht abhängig fühlen und darf sich nicht am Nasenring durch die Manege führen lassen, von Banken, von Ratingagenturen oder sprunghaften Medien. Politik hat Strukturen zu ordnen und gegebenenfalls den Rahmen anzupassen, damit knappe Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden und Wirtschaft und Gesellschaft gedeihen. Politik hat langfristig orientiert zu sein und, wenn nötig, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen.</p>
<div id="attachment_119" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/pk_und_krawatte.jpg"><img class="size-medium wp-image-119" title="pk_und_krawatte" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/pk_und_krawatte.jpg?w=300&#038;h=149" alt="Sommer 2011: Harte Verhandlungen zwischen der Panzerknacker-Bande und Vertretern der Krawattenindustrie." width="300" height="149" /></a><p class="wp-caption-text">Sommer 2011: Harte Verhandlungen zwischen der Panzerknacker-Bande und Vertretern der Krawattenindustrie.</p></div>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Haben Sie zum Abschluss noch einige aufmunternde Worte für unsere Leser und für Ihre Panzerknacker-Freunde?</em></p>
<p><strong>176-671:</strong> Es muss ein Ende haben, sich an der jungen Generation zu versündigen. Ihnen allen wünschen meine Frau und ich ein frohes Fest und dann ein gutes, erfülltes neues Jahr.</p>
<p><em><strong><em>Der Zopf: </em></strong>Herr 176-671, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.</em></p>
<p><strong>1. Anmerkung:</strong> Alle Antworten unseres Interviewpartners 176-671 entstammen zwei Reden unseres verehrten Bundespräsidenten, Herrn Christian Wulff. Zum einen sei hier die Weihnachtsansprache unseres verehrten Bundespräsidenten aus dem Jahre 2010 genannt, zum anderen seine Rede anlässlich der Eröffnung der 4. Tagung der Wirtschaftsnobelpreisträger am 24. August 2011. Selbstverständlich haben wir diese Texte hier aus dem Zusammenhang gerissen &#8211; in keinster Weise wollen wir dem verehrten Herrn Bundespräsidenten unterstellen, uns jemals auf unsere Fragen geantwortet zu haben, uns persönlich überhaupt zu kennen oder gar Kleinkredite von uns entgegengenommen zu haben.</p>
<p><strong>2. Anmerkung:</strong> Um es noch einmal klarzustellen: Wir glauben selbstverständlich an die absolute, totale, bedingungslose und brutalstmögliche Unschuld unseres verehrten Bundespräsidenten, Herrn Christian Wulff. Ebenso glauben wir, dass alle Geschäfte, die unser verehrter Bundespräsident jemals getätigt hat, derzeit tätigt oder tätigen wird, vollkommen ohne jeglichen juristischen Fehl und Tadel durchgeführt wurden, schließlich ist unser verehrter Bundespräsident ja Jurist.</p>
<p><strong>3. Anmerkung:</strong> Betreffs aller persönlichen Freunde und Geschäftspartner unseres verehrten Bundespräsidenten sei uns folgende Stellungnahme gestattet: Wir glauben, dass Carsten Maschmeyer der seriöseste Geschäftsmann ist, der jemals in Deutschland wirkte und durch sein kaufmännisches uns mediales Geschick eine tragende Säule (wenn nicht gar die tragendste) der Wirtschaft und des Vorankommens der Bundesrepublik Deutschland ist.</p>
<p>Seine verehrte Gattin, Frau Veronica Ferres, halten wir für die großartigste Charakterdarstellerin, die jemals ihr Wirken vor einer Filmkamera der Menschheit schenkte, sie ist unserer ewigen Zuneigung und uneingeschränkten Verehrung teilhaftig.</p>
<div id="attachment_118" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/opa_knack_und_176_761.jpg"><img class="size-medium wp-image-118" title="opa_knack_und_176_761" src="http://arschhaarzopf.files.wordpress.com/2011/12/opa_knack_und_176_761.jpg?w=300&#038;h=230" alt="Wahre Männerfreundschaft gibt es nur unter echten Panzerknackern." width="300" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Wahre Männerfreundschaft gibt es nur unter echten Panzerknackern.</p></div>
<p><strong>4. Anmerkung:</strong> Der ehemalige Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und Aufsichtsratsvorsitzende der Nord Stream AG, Gerhard Fritz Kurt Schröder, ist nach unserem Dafürhalten per se über jegliche Kritik erhaben.</p>
<p><strong>Letzte Anmerkung:</strong> Wir verwahren uns an dieser Stelle ausdrücklichst gegen die derzeit erhobenen medialen Anwürfe, denen sich diese Personen stellen müssen. Und wir glauben, dass im Zusammenspiel zwischen Politik und Wirtschaft, insbesondere bei allen Akteuren aus Niedersachsen, vor allem betreffs unseres verehrten Bundespräsidenten, immer alles mit rechten Dingen zuging, zugeht und zugehen wird.</p>
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