Guten Tag.
Sie kennen das – Sie lesen irgend einen beliebigen Begriff und schwupps, haben Sie ein Bild im Kopf. Mal ein gutes, mal ein weniger schönes.
Ich besitze seit einiger Zeit einen Twitter-Account mit dem Avatarnamen @arschhaarzopf, seit Oktober 2011 betreibe ich diesen Blog gleichen Namens. Selbstverständlich wird man bei dieser Art von Namensgebung öfter gefragt, warum, wieso und, um Gottes Willen, warum gerade “Arschhaarzopf”?
Um selbige Frage nicht andauernd beantworten zu müssen, habe mich entschlossen, dies hier einmalig in aller Ausführlichkeit zu erklären.
Worum geht es mir also bei der Wahl solch eines kontrovers betrachteten Namens? Na ja, zunächst einmal darum, wahrgenommen zu werden. @Flauschiwurst123, @K1LL0RM4S70R oder ähnliche, durchaus übliche, Namensschöpfungen schienen mir entweder zu gewöhnlich oder zu wenig meinem Schreibstil angemessen. Zumal die Herren, die mich bei Twitter einführten, namentlich @Einstueckkaese und @Phosphatstange, mir dazu rieten, “etwas robustes” zu wählen.
Der erste “robuste” Begriff, der mir einfiel, war “Arschhaarmakramee” (ja, ich war betrunken und in rüder Stimmung). Zu meinem großen Bedauern ist dieser Name länger, als Twitter es gestattet. So wurde nach Konsum einer weiteren Flasche Bier (Rothaus, Tannenzäpfle) der Zopf geboren, denn der passte. Also, längenmäßig.
Auch nach mehreren Tagen Ausnüchterung und den ersten recht deutlich formulierten Pöbeleien wegen der Namenswahl wollte ich mich von diesem Namen (den man ja bei Twitter jederzeit ändern kann) nicht mehr trennen, denn es trat ein weiterer Effekt zutage:
Viele Menschen berichteten mir, dass sie von dem Namen zwar zunächst in unterschiedlich starkem Maß abgeschreckt gewesen seien, sie aber beim Lesen der von mir produzierten Inhalte angenehm überrascht wurden. Diese Menschen haben also etwas getan, das ich als Kardinaltugend ansehe – sie haben sich nicht vom Offensichtlichen blenden lassen, sondern sich trotz aller Widrigkeiten ein eigenes Urteil gebildet.
Diesen Mut zur eigenen Entdeckung schätze ich sehr an meinen Mitmenschen. Deswegen bleibt der Name meines Avatars, wie er ist. Zumal er auch noch den wunderbaren Vorteil hat, dass er mir bei Twitter zahllose weingummisüchtige Emos, dauerweltverbessernde Weltverbesserer und wenig geistreiche Klugscheißer recht effektiv vom Leibe hält.
Ach ja. Falls Sie bei “Arschhaarzopf” an etwas Ungutes denken, sollten Sie den Fehler nicht bei mir suchen. Sondern in der latenten Wildsau, die in Ihrem eigenen Kopf in einer dunklen Ecke lauert. In meiner rosa Gummibärchenwelt sieht ein Arschhaarzopf nämlich so aus:


Verehrter Herr Zopf,
heute melde ich mich an dieser Stelle zu Wort. Sie vermuten vielleicht, ich würde eine Beschwerde vorbringen, deren Intensität die üblichen einhundertvierzig Zeichen weit überschreiten würde. Verständlicherweise ist diese mögliche Bedrohung real.
Allerdings wage ich es nicht, Sie länger im Unklaren zu lassen. So komme ich nun (“Endlich!” werden Sie denken) zum Wesentlichen:
Ein sehr herzlicher Dank ergeht hiermit an Sie. Ihre ausführlichen Einlassungen zu diesem Thema tragen sehr nachdrücklich zu meinem Verständnis des geschilderten Sachverhaltes bei. Ihnen gelang es, meinen Horizont einerseits zu erweitern sowie auf der anderen Seite Licht ins Dunkel des Unwissens zu tragen.
Ich verneige mich.
Hochachtungsvoll
Ein Freund schottischer Getränke (Mitglied Ihrer treuen Gefolgschaft)
(P.S. Die Schotten sind derzeit nicht im Einsatz, so dass obiges als meine ungetrübte Meinung angesehen werden muss. Mir war danach. Sie verstehen…)
Herr Zopf, was machen Sie eigentlich beruflich?
Unfug.
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Unterhaltsam hier. Abonniert
Unfug machen und dabei Rothaus trinken… das ist mein Ding. Reschpekt
You mad my Day Mr. Zopf … abonniert und ab jetzt fleißige Leserin
Sehr inspirierend das alles hier und ich stelle fest, dass ich (Dosi von Katze Lina) schon wieder viel zu sanft geworden bin. Muss wohl an der draußen aufkommenden Kälte liegen. Werde umgehend Schritte unternehmen…Danke dafür und überhaupt*
Du bist lustig.
nimm einfach mal ein waldhaus, das ist weicher, harmonischer, süffiger – rothaus ist staatlich sanktioniert, entsprechend verhärtet, dekadent, und leider mittlerweile auch “en masse”.
jep, that’s true!
Wobei, mir ist sowieso ein guter Darjeeling lieber. aber, das iss jeds ned dess thema.